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Seit letzter Woche dürfen auch die Museen im Land und damit auch in Südbaden wieder öffnen. In Freiburg ging es am Dienstag wieder los. Ein Freudentag für Tilmann von Stockhausen, dem Leitenden Direktor der Städtischen Museen Freiburg?

In Freiburg haben das Augustiner-Museum mit dem Haus der Graphischen Sammlung, das Museum für Neue Kunst und das Museum für Stadt-Geschichte wieder geöffnet. Tilmann von Stockhausen ist der Leitende Direktor der Städtischen Museen in Freiburg. Im SWR-Interview schildert er unter anderem seine Gefühle am Tag der Wiederöffnung.

Tilmann von Stockhausen: Ja, ich war wirklich sehr glücklich heute morgen. Es ist schon bewegend, wenn man die ersten Gäste sieht, die ins Museum kommen - schon vor der Tür warten - und ich muss sagen, die ersten Besucherinnen und Besucher hatten, glaube ich, ein noch glücklicheres Gesicht als ich. Aber ich habe mich wirklich sehr gut gefühlt.

Ist es denn einfach so möglich, jetzt ins Museum zu gehen? Oder muss man sich vorher anmelden?

Tilmann von Stockhausen: Also wir haben im Moment in Freiburg hier glücklicherweise eine Inzidenz unter 50. Wie lange, das wissen wir nicht. Deswegen kann man auch ohne Anmeldung kommen. Wir empfehlen das aber trotzdem: sich entweder über unser Online-Ticketing bei Reservix anzumelden oder telefonisch, damit man auch ganz sicher sein kann, dass man sofort ins Haus gehen kann. Eventuell könnten sich sonst auch mal Wartezeiten ergeben, weil wir sehr strenge Regeln haben, damit Besucherinnen und Besucher gleichzeitig ins Haus gehen können.

Ja lassen Sie uns über die strengen Regeln sprechen. Wie schützen Sie die Menschen vor Corona?

Tilmann von Stockhausen: Ich habe immer gesagt, dass Museen vielleicht die sichersten Orte überhaupt sind. Das haben auch Studien erwiesen. Wir haben in den meisten Häusern sehr gute Klimaanlagen, die auch die Luft filtern. Wir erwarten natürlich, dass die Besucherinnen und Besuchern medizinische Maskentragen oder FFP2-Masken tragen, so wie das auch selbstverständlich jetzt an allen Orten ist. Wir achten auf die Abstandsregeln und wir haben natürlich den Vorteil, dass wir qualifizierte Aufsichten im Haus haben, die nicht nur die Kunst schützen, sondern jetzt auch die Besucherinnen und Besucher: dass sie nicht so dicht stehen, dass sie die Abstandsregeln einhalten. Wir haben Einbahnstraßen-Systeme und eben genaue Beschränkung, wie viele Personen gleichzeitig in einem Raum sein können.

Dom des ehemaligen Benediktiner-Klosters Sankt Blasien (Foto: Erzb. Ordinariat Freiburg/Michael Eckmann)
Dom des ehemaligen Benediktiner-Klosters Sankt Blasien Erzb. Ordinariat Freiburg/Michael Eckmann

Und jetzt sprechen wir über die Ausstellungen im Augustiner-Museum. Da startet heute die lang erwartete Ausstellung "Der Schatz der Mönche" - Leben und Forschen im Kloster Sankt Blasien. Sie hätte eigentlich im Herbst schon losgehen sollen. Was gibt es zu dieser tollen Ausstellung zu sagen?

Tilmann von Stockhausen: Ja, das ist wirklich eine ganz besonders schöne und attraktive Ausstellung, die jetzt endlich den Besucherinnen und Besuchern offen steht. Es geht um die Geschichte des Klosters Sankt Blasien, vor allen Dingen auch um die Person des Abtes Gerbert, der seinen 300-jährigen Geburtstag hat und das Kloster Ende des achtzehnten Jahrhunderts zu einer großen Blüte geführt hat. Das war ein Ort der Kunst und der Wissenschaft mitten im Schwarzwald. Wer das Kloster und die Klosterkirche noch nicht gesehen hat - es ist immer schön, wenn man einen Ausflug nach Sankt Blasien macht. Ein Ort, der bis heute seinen Reiz hat. Und die großen Schätze dieses Klosters sind nach der Säkularisation in ein anderes Kloster gekommen, nämlich nach Sankt Paul in Kärnten. Und dieses Kloster hat uns diese Schätze nach Freiburg ausgeliehen. Man kann jetzt das alles wieder hier sehen, extrem wertvolle und eindrucksvolle Kunstwerke von frühen Mittelalter bis zur Gegenwart - also eine einmalig schöne Ausstellung, die man einfach gesehen haben muss.

Wenn ich höre, der Schatz der Mönche - Sie sagen wertvoll. Haben sie besondere Sicherheitsmaßnahmen getroffen?

Ja, das haben wir diesmal gemacht. Es gibt Spezial-Vitrinen, aber ich will über die Details der Sicherheit jetzt nichts sagen. Aber wir haben allerlei Anstrengung unternommen und die Sicherheits-Vorkehrungen tatsächlich verschärft.

In den anderen Museen, die seit heute geöffnet sind in Freiburg, da werden Ausstellungen wieder aufgenommen?

Ja. Auch da sind spannende Ausstellungen. Im Museum für Neue Kunst ist die Ausstellung Modern Love, eine Kooperation mit Tallinn. Die ist damals sehr erfolgreich angelaufen und dann kam der Lockdown. Also jetzt haben wir die Chance, die Ausstellung zu sehen. Im Haus zur Stadtgeschichte ist quasi heute die Eröffnung der Ausstellung Buch-Meisterin, eine Ausstellung der Universitätsbibliothek zusammen mit der Stiftungsverwaltung Freiburg, die ihre Schätze an mittelalterlicher Buchmalerei zeigen. Also auch das eine Ausstellung, die sehr sehenswert

Die anderen städtischen Museen in Freiburg, das Museum Natur und Mensch und das Archäologische Museum Colombischlössle die starten erst nächste Woche. Warum?

Ja, wir wären natürlich gerne mit allen heute an den Start gegangen. Aber es war nicht ganz einfach alle Kolleginnen und Kollegen jetzt aus der Kurzarbeit zurückzuholen. Deswegen mit etwas Abstand die beiden anderen Häuser. Aber am nächsten Dienstag eröffnen auch diese.

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