Missbrauch-Studie Erzbistum Freiburg

Staatsanwaltschaft Freiburg: Missbrauch-Studie aufgearbeitet

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Die Freiburger Staatsanwaltschaft hat ihre Prüfungen und Ermittlungen zum sexuellen Missbrauch im Erzbistum Freiburg bis auf einen Fall abgeschlossen. Es ging um insgesamt 190 Fälle. Oft waren die Ermittlungen ins Leere gelaufen.

Priester und Ordensleute haben im Erzbistum Freiburg mehr als 400 Kommunionkinder, Ministranten und Jugendliche missbraucht. Die Vorwürfe reichen von Nötigung, über Freiheitsberaubung bis hin zu Kinderpornografie und schwerem sexuellen Missbrauch. Viele der Opfer leiden heute noch an den Folgen.

Mehr als in jedem anderen deutschen Bistum: Gegen 190 Geistliche ermittelt

In keinem anderen Bistum der Katholischen Kirche in Deutschland gab es so viele nachweisbare oder mutmaßliche Missbrauchsfälle wie im ErzbistumFreiburg. Denn die Vorgänge haben sich oftmals nicht mehr aufklären lassen. Teils liegen sie Jahrzehnte zurück und die meisten Beschuldigten sind inzwischen verstorben oder die Taten bereits gesetzlich verjährt. Ein Fall wird derzeit in Freiburg noch verhandelt, elf weitere Fälle werden noch von anderen Staatsanwaltschaften geprüft.

Erzbischof Burger führt als erster Entschädigungs- und Einmalzahlungen ein

Der Freiburger Erzbischof Stephan Burger hatte versprochen die Vorfälle aufzuklären und ist auch hart mit seinem Vorgänger Robert Zollitsch ins Gericht gegangen. Er hatte Missbrauchsfälle in der Erzdiözese Freiburg nicht angezeigt. Burger hat gleichzeitig als erster Bischof in Deutschland Entschädigungszahlungen eingeführt. Die Opfer erhalten bis zu 800 Euro im Monat für Therapiekosten sowie Einmalzahlungen von bis zu 30.000 Euro als Entschädigung und Anerkennung für ihr erlittenes Leid.

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SWR