Schwarzwälder Kuckucksuhren (Foto: IMAGO, Jan Huebner)

Von 2 Uhr auf 3 Uhr umstellen

Hallo Sommerzeit! Fünf Gründe, warum die Zeitumstellung ganz ok ist

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AUTOR/IN
Anita Westrup

Tschüss Winterzeit, hallo Sommerzeit. Es ist Frühling, von Sonntag an ticken die Uhren wieder anders. Warum die Zeitumstellung auf Sommerzeit auch Vorteile hat, erfahren Sie hier.

1. Extra-Stunden Sonne am Abend

Die gute Nachricht vorweg: Abends wird es endlich wieder länger hell. Der Trick dahinter: Mit der Umstellung auf Sommerzeit geht die Sonne später unter. Sie versinkt nicht um halb sieben Uhr, wie vor der Zeitumstellung, sondern eine Stunde später, gegen halb acht Uhr. Außerdem werden die Tage immer länger.

2. Mehr Licht, mehr Energie für Sport

Nach Feierabend noch joggen gehen, wenn es draußen schon dunkel ist? Ganz schön schwer, den inneren Schweinehund zu überwinden. Aber mit der allabendlichen Verwandlung zur Couch-Potato ist jetzt Schluss. Nach Feierabend beginnt sozusagen der Tag. Es ist noch hell, also Laufschuhe schnüren und raus an die Dreisam oder an den Rhein!

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3. Frühlingsgefühle statt Winterblues

Die Extra-Portion aus natürlichem Licht setzt einen aufmunternden Hormon-Cocktail im Körper frei. Die Zutaten: Dopamin, Noradrenalin und Serotonin. Diese Stoffe machen glücklich und beschwingt. Verknallen kann man sich zu jeder Jahreszeit, aber im Frühling sind die Voraussetzungen dafür am besten. Frühlingsgefühle heißen ja nicht ohne Grund so. Längere Sommertage können auch bei Depressionen helfen.

4. Im Kerzenschein Strom sparen

Ein lauer Frühlings- oder Sommerabend im Kerzenschein? Eine schöne Vorstellung mit einem schönen Nebeneffekt. Wenn es abends länger hell bleibt, bleibt künstliches Licht länger aus. Damit lässt sich Strom sparen. Kleiner Dämpfer: Das deutsche Umweltbundesamt und der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft sind jedoch der Auffassung, dass dies keinen wirklichen Effekt auf die Energiekosten auf das Jahr gesehen haben.

5. Schlafen im Dunklen

Mit der Sommerzeit bleibt es morgens länger dunkel. Menschen, die gerne im dunklen "Höhlenmodus" schlafen, können ihre Rollläden also oben lassen und ohne Getöse in den Tag starten. Denn wer kennt es nicht: Es ist noch früh am Morgen, alles ist ruhig und plötzlich reißt jemand ein Rollo hoch. Es kracht und scheppert im Hinterhof. Mit der Sommerzeit können Rollläden vorerst in die Winterzeit geschickt werden.

Umstellung auf Sommerzeit: Sinnvoll oder nicht?

Seit Jahren wird darüber diskutiert, ob die Zeitumstellung wirklich sinnvoll ist. Freiburgerinnen und Freiburger sehen darin Vor- und Nachteile, wie eine Straßenumfrage zeigt. Ziel der 1980 wieder eingeführten Umstellung ist es, das Tageslicht besser ausnutzen zu können und dadurch Energie zu sparen. Gegner zweifeln diesen Effekt jedoch immer wieder an. Die Umstellung ist in den EU-Mitgliedsstaaten einheitlich geregelt und eine Abschaffung trotz starker Kritik nicht absehbar.
In den ersten Tagen nach der Zeitumstellung könnten manche Menschen noch etwas durch den Wind sein. Das könnte am Schlafmangel liegen und an den veränderten Lichtverhältnissen draußen. Experten sprechen auch von einem "Mini-Jetlag" für den Körper.

Martin Rupp, Schulleiter am Droste-Hülshoff-Gymnasium in Freiburg, geht mit der Zeitumstellung locker um. In der Schule sei das Uhrenumstellen eigentlich kein Thema. Es gebe aber Diskussionen um einen späteren Schulbeginn. Die Schlafforschung unterscheide Schlaftypen in "Lerchen" und "Eulen", also Frühaufsteher und Langschläfer. Einige Schüler, die sich offenbar eher zu den "Eulen" zählen, wünschen sich, dass der Unterricht um neun Uhr beginnt. Andere möchten den Schulbeginn um 7:50 Uhr beibehalten. Das Thema sei umstritten, so Rupp.

"Die Schüler schlafen jetzt nicht ein oder zwei Wochen vor."

Ein Javaneraffe am Boden (Foto: IMAGO, Eibner)
Ein Javaneraffe - müde oder einfach nur entspannt? Eibner

Zerknautschte Tiere auf dem Freiburger Mundenhof erwartet

"Total verpennt" - so wird Jutta Demps vom Freiburger Mundenhof ihre Schützlinge am Montagmorgen antreffen, vor allem die Javaneraffen, da ist sich die Tierpflegerin sicher. Um 7:45 Uhr gibt es immer Frühstück für die Tiere. Wegen der Sommerzeit wird sich das wie 6:45 Uhr anfühlen, eine Stunde zu früh. Viele Tiere werden also etwas verdattert in den Tag starten. Nicht nur Affen, alle Tiere, hätten einen biologischen Rhythmus, der sich am Sonnenauf- und Sonnenuntergang orientiere. Die Zeitumstellung störe die innere Uhr der Tiere, so Demps.

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Anita Westrup