Workshops und ausrangierte Teile machen’s möglich

Solaranlagen selber bauen

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AUTOR/IN
Sandra Helmeke
ONLINEFASSUNG
Dinah Steinbrink

Hohe Anschaffungskosten, komplizierte Förderanträge – das verbinden viele mit der eigenen Solaranlage. Dabei kann es ganz einfach sein, sich eine Anlage selbst zu bauen.

Im Vordergrund halten zwei Männer zwei stehende Solarpanele in der Hand. Im Hintergrund: Eine Halle und weitere Menschen, die sich Solarpanele anschauen. (Foto: SWR)
Workshop zum Bauen einer Solaranlage in Freiburg

In nur einem Tag zur eigenen Solaranlage

Ein Tag Bastelarbeit kann reichen, um auf dem eigenen Balkon Solarstrom zu erzeugen. Drei engagierte Solar-Vereine in Freiburg machen es möglich: Der Förderverein Energie- und Solaragentur Regio Freiburg (Fesa), der Verein Solare Zukunft und die Initiative Balkonsolar für Freiburg. Sie bieten entsprechende Workshops an. Einen solchen Workshop hat auch Markus Ohler aus Freiburg besucht. So hat er seine eigene Solaranlage für seinen Balkon gebastelt - mit Modulen aus einer 20 Jahre alten Großanlage. Investiert hat er einen Tag Bastelarbeit und 58 Euro Workshop-Gebühr.

"Ja, es ist schön, wenn man halt sieht, ich kann jetzt direkt aus der Sonnenenergie Strom ins Netz einpflegen und damit zum Beispiel den Kühlschrank oder den WLAN-Router betreiben, das ist ein tolles Gefühl."

Workshops für Mieterinnen und Mieter sind gut besucht

Insgesamt haben solche Workshops in Freiburg gerade großen Erfolg. Fachleute erklären den Teilnehmenden, was zu tun ist. Das Material wird gestellt, der Workshop hat einen gemeinnützigen Sponsor.

"Das Angebot richtet sich an Mieterinnen und Mieter, die die Möglichkeit haben, Solarmodule zu installieren, zum Beispiel am Balkon, auf einer Garage oder an der Hauswand. Im Grunde müssen die Solarmodule in der Sonne stehen, und dann können sie Strom erzeugen."

Viele der Teilnehmenden sind zufrieden. "Das ist hier super organisiert," erzählt eine Frau, "Material super, alle freundlich, alle helfen." Bevor die Module dann zum Beispiel am Balkon installiert werden können, müssen vorab Vermieter und Energieversorger informiert werden. Außerdem müssen die einzelnen Teile natürlich sicher angebracht und befestigt werden.

Alte Solarmodule gibt es im Internet zu kaufen

Alte Solarmodule, aus denen man sich eine eigene Anlage bauen kann, gibt es häufig im Internet zu kaufen. Denn das Erneuerbare-Energien-Gesetz löste im Jahr 2001 einen Solaranlagen-Boom aus. Doch nach 20 Jahren fallen diese Anlagen jetzt aus der Förderung und werden deswegen oft ausrangiert. Für diese Module gibt es im Internet jetzt einen Markt, denn sie sind noch funktionsfähig.

"Die Solarmodule können nach 20 Jahren immer noch richtig gut Strom erzeugen. Wir hatten das mit Hilfe des Fraunhoferinstitut auch gemessen und da hat sich rausgestellt, dass diese Module jetzt noch 80 bis 90 Prozent der Ursprungsleistung leisten können. Das heißt, die Module brauchen in jedem Fall eine Chance auf ein zweites Leben."

Rund 40 Euro weniger Stromkosten

Ein solches zweites Leben haben nun auch die 20 Jahre alten Module auf dem Balkon von Markus Ohler in Freiburg. Über eine Funksteckdose, die die Stromdaten von der Solaranlage speichert und automatisch ans WLAN schickt, kann Ohler sehen, wieviel seine recycelte Solaranlage bringt. Er kann an einem sonnigen Tag zum Beispiel 12 Stunden lang seinen Kühlschrank betreiben oder ein paar Mal seinen Wasserkocher oder 24 Stunden lang seinen Internet-Router. 0,3 Kilowattstunden Strom erzeugt seine Anlage an guten Tagen. 30 bis 50 Euro spart er im Jahr - immerhin - mit ausrangierten Modulen.

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