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Impfungen gegen das Corona-Virus sind derzeit in aller Munde. In den letzten Wochen gab es unter anderem Berichte über sogenannte Impfdrängler. Wie läuft das in Freiburg?

In einem Innenraum des Impfzentrums öffnet Professor Martin Hug, der Leiter der Uniklinik-Apotheke einen Behälter, in dem sich zwei tiefgekühlte Kartons mit Impfstoff befinden. Die müssen jetzt eingelagert werden.

Impfdrängler sorgen für Empörung

Während sich die meisten Menschen lange gedulden müssen, bis sie einen Impftermin ergattern, gibt es Zeitgenossen, die gerne eine Sonderbehandlung hätten, sprich früher geimpft werden wollen als geplant. Die Rede ist von sogenannten Impfdränglern: Politikerinnen und Politikern, Feuerwehrleuten etc., die mit übrig gebliebenen Impfdosen geimpft wurden, obwohl sie eigentlich noch gar nicht an der Reihe wären.

"Wir kriegen tagtäglich solche Anfragen, weil diese Personen annehmen, dass was übrig bleibt und das müsse ja schließlich weg."

Professor Martin Hug, Leiter der Uniklinik-Apotheke

Martin Hug betont, dass er in Freiburg sehr sorgsam mit dem wertvollen Impfstoff umgeht. Es gebe eine enge Abstimmung zwischen Eingangsbereich, Warteschlange, Impfkabine und Vorbereitungsbereich. Gegen Ende einer Schicht wird die Anzahl der Impfkabinen schrittweise reduziert, bis nur noch eine einzige Kabine geöffnet bleibt. Ab dann werden einzelne Impfampullen nur noch geöffnet und verdünnt, wenn eine durch Sechs teilbare Anzahl an Personen in der Warteschlange sind. Sollte nach Aufbrauchen der letzten Ampulle dann noch eine weitere Person erscheinen, wird diese auf den Folgetag vertröstet.

Kein Risiko im Umgang mit Impfstoff

Nach einer WDR-Recherche dürfen in NRW jetzt sieben statt sechs Dosen aus Ampullen des Biontech-Impfstoffs verimpft werden. Martin Hug lehnt es jedoch ab eventuelle Restbestände des Impfstoffs zu nutzen. "Die Qualität dieser Impfdosen kann ich nicht bewerten. Ich muss als pharmazeutischer Verantwortlicher garantieren, dass jeder Patient die gleiche Qualität an Wirkstoff bekommt."

Jeder Impfstoff schützt

Dominik Hirschwil ist verantwortlicher Arzt im Impfzentrum. Er sagt, dass es keine relevanten allergischen Reaktionen gegeben hat: "Wir haben nur kleine Impfreaktionen. Meistens sind es nur Kreislaufschwächen. Schwere Reaktionen hatten wir noch nicht." Die anwesenden Impflinge haben Vertrauen in die Ärzte, trotz der Gefahr durch Mutanten. Martin Hug ist fest davon überzeugt, dass jeder zugelassene Impfstoff Schutz bietet. Selbst ein Impfstoff mit zehn Prozent Wirkung sei besser als keiner.

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