dekorierte Geweihe  (Foto: SWR, Martin Egle bewo tv)

Skurriles Kunsthandwerk

Peppig dekorierte Geweihe aus Unterkirnach

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Laura Brugger und Marie Duffner aus Unterkirnach haben alle Hände voll zu tun: Ihre trendigen Deko-Geweihe sind ein echter Verkaufsschlager.

In Landgasthöfen hängen sie ebenso an der Wand wie im Wohnzimmer von Jägerfamilien: Geweih-Trophäen von erlegten Hirschen und Rehböcken, fein säuberlich montiert auf kleine Holzbrettchen. Stolz kann man darauf sein, aber unter normalen Umständen wirkt eine solche Jäger-Deko doch sehr traditionell. Laura Brugger und Marie Duffner, zwei junge Frauen aus Unterkirnach, hatten deshalb eine Idee.

Deko und Farbe machen Trophäen zum wahren Hingucker

Sie waren überzeugt: Jagdtrophäen lassen sich mit ein bisschen Farbe und Deko aufhübschen, so dass sie schick und peppig werden. Damit haben die beiden jungen Frauen offenbar einen Nerv getroffen. Denn ihre Reh-Geweihe finden so reißenden Absatz, dass die beiden sogar ein kleines Online-Unternehmen gegründet haben.

Deko-Geweihe kommen gut an

Auch in einem Laden bieten sie ihre Geweih-Dekorationen zum Verkauf. Die Touristinfo von Unterkirnach verkauft Produkte, die im Ort hergestellt werden. Da kommen die Deko-Geweihe ganz groß raus. Regelmäßig tauschen sie das Angebot aus. Kosten für ein Exemplar: 40-50 Euro. Jedes Stück ist ein Unikat. Alles Handarbeit.

Durch Zufall zur Geschäftsidee

Mit Acrylfarben haben Laura Brugger und Marie Duffner inzwischen Routine und ihrer Fantasie setzen sie keine Grenzen. Alles ist möglich: Pailletten-Reh, ganz schwarz oder Schwarzwald-modern – sie erfüllen jeden Deko-Wunsch. Auf die Idee, Geweihe zu dekorieren, sind sie zufällig gekommen. Marie Duffner hat sie sozusagen aus dem Internet kopiert, als sie selbst auf der Suche nach einem Deko-Geweih war.

"Im Internet habe ich gesehen, wie es dekoriert war und dachte, ich kaufe mir jetzt keines für so einen hohen Preis. Ich sitze ja an der Quelle, weil mein Freund Jäger ist."

Erstlingswerk hat besonderen Platz

Das Geweih des ersten Rehbocks, den ihr Freund für sie geschossen hat, hängt jetzt in rosa mit Blumenkrone an der Wand. Selbst schießen, das will Marie Duffner nicht. Aber dabei sein, das sei in Ordnung. Jagd sei in Unterkirnach etwas Selbstverständliches. Und als sie ihr Deko-Reh den Freundinnen gezeigt habe, da wollten sie auch eins. Inzwischen hat sich im Ort herumgesprochen, dass die beiden Frauen Geweihe suchen. Ganze Kartons aus Jägerfamilien haben sie schon bekommen. Maries Freund allein käme mit dem Schießen längst nicht mehr hinterher.

Jede freie Minute in der Geweihwerkstatt

Anfangs haben die Frauen die Geweihe immer behutsam angefasst, sehr vorsichtig, damit das Geweih nicht umkippt. Aber mit der Zeit haben sie sich daran gewöhnt. Jetzt nehmen sie die Geweihe richtig in die Hand, manchmal auch mehrere gleichzeitig. In jeder freien Minute sitzen Laura Brugger und Marie Duffner in ihrer Geweihwerkstatt, abends und am Wochenende. Denn beide haben noch einen normalen Job: die eine ist Friseurin, die andere lernt Industriekauffrau.

Geweih rot schwarz mit Bollenhut - der Schwarzwaldklassiker (Foto: SWR, Martin Egle bewo tv )
Geweih rot schwarz mit Bollenhut - der Schwarzwaldklassiker Martin Egle bewo tv

Der Schwarzwald-Klassiker: rot und schwarz mit Bollenhut.

Ihr Bestseller hat Bommel und kleine Hüte, die sie selbst basteln. Geweih mit Bollenhut läuft von selbst. Überhaupt gehen Schwarzwaldmotive immer gut. Und da kann es auch mal richtig üppig und barock sein bis hin zum Kitsch. Die Steigerung? Das wäre das ganz große Hirschgeweih. Aber daran haben sie sich bisher noch nicht gewagt.

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