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Das Landgericht Freiburg hat im Prozess um den jahrelangen Missbrauch eines Jungen aus Staufen bei Freiburg gegen einen der verurteilten Täter doch Sicherungsverwahrung angeordnet.

Das Freiburger Landgericht hat die Entscheidung am Dienstagvormittag getroffen. Die Staatsanwaltschaft Freiburg hatte beim Bundesgerichtshof erwirkt, dass über die Sicherungsverwahrung erneut verhandelt werden musste.

Der Spanier war bereits 2018 wegen schwerer Vergewaltigung des zur Tatzeit neunjährigen Jungen, Kindesmisshandlung und Zwangsprostitution zu zehn Jahren Haft verurteilt worden. Er hatte seine Taten gestanden. Auf Sicherungsverwahrung war damals verzichtet worden.

Bei der Urteilsverkündung am Dienstag zeigte der Mann kaum Gefühlsregungen. Vor den Fotografen und Kameras versteckte er sich hinter einem Aktendeckel. Er kann gegen das Urteil noch Revision einlegen. Nimmt er es aber an, bleibt der Spanier wahrscheinlich in Deutschland. Denn in Spanien gibt es so etwas wie eine Sicherungsverwahrung nicht - mit diesen besonderen Haftbedingungen und Therapiemöglichkeiten wie in Freiburg zum Beispiel.

Insgesamt acht Urteile in Staufener Missbrauchsfall

Die Verbrechen an dem Jungen aus Staufen waren im Januar 2018 bekanntgeworden und hatten bundesweit Entsetzen ausgelöst. Die Mutter und ihr Freund hatten das Kind über zwei Jahre vergewaltigt und anderen Männern aus dem In- und Ausland gegen Geld für schwere sexuelle Gewalttaten überlassen. Es gab insgesamt acht Urteile in dem Fall.

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