Cafeteria ist endlich wieder geöffnet

Happy End für Seniorenzentrum Mühlehof in Steinen

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Nachdem das Land Baden-Württemberg und das Landratsamt Lörrach einem Vergleich des VGH Mannheim zugestimmt haben, ist die Cafeteria des Seniorenzentrums Mühlehof in Steinen ab Mittwoch wieder geöffnet.

Der juristische Kampf bis vor das Oberste Verwaltungsgericht hat sich gelohnt. Die Geimpften des Seniorenzentrums Mühlehof in Steinen (Kreis Lörrach) dürfen fortan wieder gemeinsam essen. Das Mittagessen für die Bewohnerinnen und Bewohner wird am Mittwoch erstmals seit vielen Wochen wieder in der "Kaffeemühle", wie die Cafeteria heißt, serviert.

Ein Tag der Freude und Erleichterung

Marita Kemper begrüßt eine Mitbewohnerin des Seniorenheims, die extra zu ihr an den Tisch gekommen ist. Auf eine Umarmung verzichten sie coronabedingt lieber. Die Seniorin hat sich schick gemacht: Sie trägt eine Kostümjacke, darunter einen rosa Pullover. Dazu hat sie farblich passenden Lippenstift aufgetragen. "Mir war das so egal, ob ich schon angezogen war oder nicht,“ beschreibt sie das Lebensgefühl der letzten Wochen. Doch mit dieser "Schlumpferei“, wie sie es nennt, ist nun endlich Schluss: Jetzt sind wieder alle beisammen und essen, wenn auch jeder an seinem eigenen Tisch.

"Die Hauptsache ist, dass man die ganzen Leute, die hier wohnen, wieder sieht. Das ist wichtig!“

Und auch für Hans-Jürgen Claus ist heute ein Feiertag. Aus Freude hätte er beinahe seinen eleganten schwarzen Anzug angezogen. Aber den behält er sich dann doch lieber fürs Theater vor. Vor rund einem Jahr ist er ins Seniorenheim gezogen, die Cafeteria war für ihn wichtig, um Kontakte zu knüpfen.

"Das gemeinsame Mittagessen hat schon gefehlt. Es entstehen Kontakte, auch über das gemeinsame Essen. Es werden Geburtstage hier gefeiert. Man trifft sich auch zum Kaffee trinken. Es ist schon ein menschlicher Treffpunkt.“

Jetzt dürfen die Bewohnerinnen und Bewohner wieder zusammen sein, vorausgesetzt: sie sind geimpft oder wieder genesen. Von 56 Menschen im betreuten Wohnen hat nur eine Person die Impfung abgelehnt, erzählt Heimleiter Wolfram Uhl.

"Ich freue mich riesig, dass wir wieder in die "Kaffeemühle“ dürfen und mit jemandem reden können. Das ist das Beste!“

Die anderen 55 freuen sich umso mehr, dass der Rechtsstreit nun endlich ein Ende gefunden hat. Derjenige, der zusammen mit dem Heim stellvertretend für alle geklagt hat, der Freiburger Anwalt Patrick Heinemann, konnte aus wichtigen Gründen beim Eröffnungsfestessen leider nicht dabei sein. Doch die Freude bei den anderen war trotzdem groß. Und sie wird sicher noch eine Weile andauern.

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