Größte Sportveranstaltung der Schweiz

Schwingfest bei Basel hat begonnen - 280 Sportler ringen um den Titel

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Das Schwingen ist ein archaischer Ringkampf. In Pratteln bei Basel haben am Samstag die Wettkämpfe um den nationalen "Königstitel" begonnen. Das Event elektrisiert die Schweiz.

In Pratteln bei Basel wird an diesem Wochenende der Schwingerkönig des Jahres 2022 gekürt. Das dreitägige "Eidgenössische Schwing- und Älplerfest“ gilt als die größte Sportveranstaltung der Schweiz. Die Veranstalter erwarten bis zu 400.000 Zuschauerinnen und Zuschauer, auch aus dem benachbarten Deutschland.

Das Schwingen ist ein in der Schweiz sehr populärer, archaischer Ringkampf. Auf Sägemehl unter freiem Himmel muss der Gegner auf den Rücken gedrückt werden. Mit einem Umzug und Konzerten wurde am Freitag der Start der Veranstaltung gefeiert, am Samstag haben die Wettkämpfe begonnen. 280 Sportler treten an.

Im Schwingsport hat sich einiges getan

Der Gewinner des Wettbewerbs bekommt als Preis einen Stier. Alternativ kann er sich auch den Geldpreis von 30.000 Franken auszahlen lassen. Am Sonntagabend soll der Gewinner gekrönt werden.

Wie Alphörner und Heidi steht auch das Schwingen für die doch eher konservative Postkartenschweiz mit ihrer Landidylle. Doch es hat sich einiges getan. War früher Werbung tabu, verdienen die Top-Schwinger inzwischen richtig viel Geld. Auf Dauer von dem Sport leben können die Schwinger aber in der Regel nicht.

Ehemaliger Profi Matossi: "Schwinger sind liebe Typen"

Der ehemalige Profi-Schwinger Enrico Matossi sagte im Vorfeld des Schwingfests, dass die Sportler oft ein Image hätten, das ihnen nicht gerecht werde. "Grundsätzlich sind die Schwinger sehr umgängliche Typen, nicht abgehobene Typen. Sehr lieb", sagte Matossi.

Und: Die Schwinger seien toleranter, als man denkt, meint Matossi. Er war in den 80er und 90er Jahren aktiv im Schwingsport. Nach seiner Karriere outete er sich als schwul. Selbst als sich vor zwei Jahren ein noch aktiver Schwinger outete, habe sich die Aufregung in Grenzen gehalten, erinnert sich Matossi. "Da war es vorher genau wie nachher. Kein Unterschied. Weder in der Schwingerei noch bei seiner Person. Also kein Thema."

So hat sich der Nachwuchs im Schwingen vorbereitet:

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SWR