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Sollen Niqab oder Burka in der Öffentlichkeit getragen werden dürfen? Die konservative Partei SVP hat eine Initiative zum Verhüllungsverbot gestartet. Abgestimmt wird im März.

Musliminnen mit Niqab (Gesichtsschleier) oder in der Burka - in der Schweiz sind vollverschleierte Musliminnen meist Touristinnen. Dennoch stören sich Initiatoren der Volksabstimmung an ihrem Anblick. Mit einem landesweiten Verhüllungsverbot wollen sie dem in der Schweiz ein Ende setzen. In den Kantonen St. Gallen und Tessin gibt es ein solches Verbot schon.

"In unserem Kulturkreis zeigt man das Gesicht", sagt Walter Wobmann, Nationalrat der Schweizerischen Volkspartei (SVP) aus Solothurn. "Das ist das Zeichen unserer freiheitlichen Gesellschaftsordnung für unsere Grundwerte." Vom Verbot ausgenommen sollen aber Gesundheitsmasken, etwa gegen das Corona-Virus, sowie die Verhüllung aus Gründen der Sicherheit, des Wetters oder, wenn es sich um einheimisches Brauchtum handelt, zum Beispiel bei der Fastnacht.

Gegner fürchten Spannungen und Diskriminierung

Ein überparteiliches Komitee ist gegen das Verhüllungsverbot. Es schüre gesellschaftliche Spannungen und diskriminiere Minderheiten in der Schweiz, argumentieren die Gegner. "Die Vollverschleierung repräsentiert selbstverständlich ein Frauenbild, das ich auch nicht unterstütze. Auch ich bin gegen die Burka und gegen den Niqab", betont Tiana Angelina Moser, Zürcher Nationalrätin der Grünliberalen Partei (GLP). "Aber es ist nicht an uns, etwas, das faktisch in der Schweiz nicht existiert, zu verbieten. Ich glaube, wir müssen damit leben, wenn es uns nicht schadet, dass es Dinge gibt, die uns nicht gefallen."

Die Schweizer stimmen am 7. März über das Verhüllungsverbot ab.

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