2001 sind bei einem Großfeuer im Gotthard Tunnel elf Menschen ums Leben gekommen (Foto: SWR, SRF)

20 Jahre Gotthard-Inferno

Schweiz investiert 100 Millionen Franken in Sicherheit des Gotthard Tunnels

STAND

Am 24. Oktober 2001 waren zwei Lastwagen in der Nähe des Südportals im St. Gotthard-Tunnel zusammengestoßen. Elf Menschen kamen dabei ums Leben.

Die Bilder des brennenden Gotthard Tunnels gingen damals um die Welt: Zwei Tage lang wütet ein Inferno im längsten Straßentunnel der Alpen. Ein 1.000 Grad heißes Großfeuer, das nicht zu löschen war. Die Tunnelröhre, ein Ort des Grauens mit elf Toten und 40 Autowracks. Das gesamte Ausmaß der Zerstörung zeigte sich erst danach.


Heute, 20 Jahre später, durchqueren jährlich 6 Millionen Fahrzeuge den Gotthard Tunnel. Davon allein 600.000 Lastwagen. Seit 2002 wurden in die Verbesserung der Sicherheit am Gotthard allein über hundert 100 Millionen Franken investiert. Vor allem in eine neue Lüftungsanlage. Diese verfügt über Lüftungsklappen und Sensoren, die Rauchgase über einer Unfallstelle erfassen. Erwin Elmiger, Betriebsamt für Nationalstrassen: "Mit dieser neuen Lüftung können wir den Rauch viel effizienter absaugen als vor dem Ereignis. Jetzt wird auf 200 Meter abgesaugt. Vorher auf 2,5 Kilometer. Dadurch ist die Sicherheit der Leute im Tunnel enorm erhöht worden."

Als Folge der Brandkatastrophe wurde die Durchfluss-Menge im Tunnel erheblich reduziert. Sensoren messen die Temperatur, um überhitzte Fahrzeuge vor der Einfahrt zu stoppen. Baulich größtes Manko bleibt allerdings der Gegenverkehr. Das kann frühestens 2032 behoben werden. Nach dem Bau einer zweite Röhre und der Sanierung des heutigen Tunnels, kann der Verkehr in separaten Röhren durch den Gotthard fließen.

STAND
AUTOR/IN