Ein mehrgeschossiges Gebäude Außenasnicht  (Foto: SWR, Klaus-Peter Karger)

Lage in südbadischen Kliniken spitzt sich zu

Schwarzwald-Baar-Klinikum verschiebt Operationen

STAND

Steigende Corona-Zahlen sorgen in den südbadischen Kliniken zunehmend für Engpässe. In Villingen-Schwenningen müssen geplante Operationen teilweise verschoben werden.

Seit einigen Tagen klettern die Fallzahlen von Covid-19-Patientinnen und -Patienten am Schwarzwald-Baar-Klinikum in Villingen-Schwenningen. 55 Infizierte werden aktuell behandelt, zehn davon befinden sich auf der Intensivstation. Damit ist bereits ein Fünftel der Intensivbetten belegt. Die Klinikleitung ist deshalb in Alarmbereitschaft.

Notaufnahme des Schwarzwald-Baar-Klinikums (Foto: SWR)
Am Schwarzwald-Baar-Klinikum gibt es immer mehr Corona-Patienten (Archivbild)

Als Zentralversorger für die Region Schwarzwald-Baar-Heuberg sei man nun wieder gezwungen, geplante, weniger dringliche Operationen zu verschieben, heißt es. Das Problem sei ein Engpass an pflegerischem und ärztlichem Personal. Gerade die Versorgung von Covid-19-Erkrankten sei sehr aufwendig, hieß es. Für Besuchende des Klinikums gilt ab Mittwoch die 2G-Regel.

Uniklinik Freiburg noch im Regelbetrieb

In der Freiburger Uniklinik wurden am Dienstag 15 Covid-Patienten auf der Intensivstation behandelt. Zwölf weitere liegen auf normalen Stationen. Die Auslastung sei derzeit noch im Rahmen, sagte ein Klinik-Sprecher. Operationen müssten deshalb nicht verschoben werden. Von weiteren Krankenhäusern in Freiburg und im Kreis Breisgau-Hochschwarzwald waren am Dienstag zunächst keine aktuellen Zahlen zu erfahren.

In der Lörracher Notaufnahme häufen sich die Verdachtsfälle

In den Lörracher Kreiskliniken rechnet man damit, dass sich die Zahl der Covid-Patienten in den nächsten Tagen weiter erhöhen wird. Derzeit liegen hier 27 Personen auf der Isolierstation. Auf Intensiv wird derzeit nur ein Covid-Patient behandelt. Das klinge zwar nach wenig, könne sich aber stündlich ändern, so eine Kliniksprecherin. Denn in der Lörracher Notaufnahme häuften sich derzeit die Verdachtsfälle. Jeder dieser möglichen Covid-Patienten benötigt zudem ein Einzelzimmer. Die Kreiskliniken werden deshalb eine Normalstation teilweise räumen und in eine Isolierstation umwandeln. Zudem werde künftig geprüft, welche Operationen nicht dringlich seien und deshalb verschoben werden könnten.

Wie schon im Januar (Foto) spitzt sich auch Hochrhein-Klinikum Waldshut die Situation wieder zu (Foto: SWR)
Wie schon im Januar (Foto) spitzt sich auch am Hochrhein-Klinikum Waldshut die Situation wieder zu

Personal im Ortenau-Klinikum zunehmend erschöpft

In den Krankenhäusern im Ortenaukreis sind von insgesamt 69 Intensivbetten aktuell 55 Betten belegt. 13 davon mit Covid-Patienten. Über 90 Prozent von ihnen sind Ungeimpfte. Die Mehrzahl ist älter als 50 Jahre. Laut einem Sprecher des Ortenau-Klinikums kann der Regelbetrieb weitestgehend aufrechterhalten werden. Doch wenn die Zahl der Covid-Patienten weiter steigt, müssen auch hier aufschiebbare medizinische Eingriffe warten.

Die Versorgung eines Corona-Patienten bindet jeweils zwei Pflegekräfte und das rund um die Uhr, so ein Sprecher des Ortenau-Klinikums. Die beschränkten Personalressourcen seien das Hauptproblem - die Mitarbeitenden seien erschöpft, erklärte der Sprecher. Viele möchten inzwischen lieber im normalen Bereich arbeiten. Und wie im Rest Deutschlands, so hat auch im Ortenau-Klinikum die Zahl der Krankheitsausfälle beim Personal zugenommen.

Genesene Person in Waldshut-Tiengen verstirbt nach erneuter Infektion

Im Klinikum Hochrhein in Waldshut-Tiengen liegen aktuell drei Corona-Patienten auf der Intensivstation, alle sind ungeimpft, eine Person ist gerade mal 30 Jahre alt. Die Zahl der Corona-Intensivpatienten war in Waldshut-Tiengen schon mal doppelt so hoch. Noch müssen keine Operationen verschoben werden, die Ärzte sind aber trotzdem alarmiert. Insgesamt werden zehn Corona-Patienten in Waldshut-Tiengen stationär behandelt. Nachdenklich macht die Belegschaft auch ein junges Corona-Todesopfer im Hochrhein-Klinikum. Es war deutlich unter 40 Jahre alt und nach einer ersten Corona-Infektion zunächst genesen, bevor es erneut erkrankte und schließlich verstarb.

Baden-Württemberg

Härtere Regeln BW: Keine Testpflicht für Geboosterte, 2G Plus in Restaurants

Großveranstaltungen mit maximal 750 Teilnehmern und 2G-Plus-Regel in Restaurants: So will Baden-Württemberg die vierte Corona-Welle brechen.  mehr...

Rickenbach

Booster-Impfung, Corona-Tests, Ungeimpfte und Tagesgeschäft Vierte Corona-Welle lässt Landärzte rotieren

Die Zahl der Corona-Infektionen hat einen neuen Rekord erreicht. Gerade jetzt brauchen immer mehr Menschen eine Booster-Impfung. Termine beim Hausarzt auf dem Land sind ausgebucht.  mehr...

Stuttgart

Corona-Patienten deutlich länger auf Intensivstation Region Stuttgart: Volle Intensivstationen, hohe Inzidenzen und mehr Impfangebote

In Esslingen und im Landkreis Böblingen sind alle Intensivbetten belegt. Ärzte drängen dazu, sich gegen Corona impfen zu lassen. Nach Engpässen gibt es wieder mehr Impfangebote.  mehr...

STAND
AUTOR/IN