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Es ist eine kleine Sensation: Dominic Fritz aus Görwihl im Kreis Waldshut wird Oberbürgermeister der Stadt Temeswar im Westen Rumäniens. Er war nicht der einzige Kandidat.

Dominic Fritz aus Görwihl im Kreis Lörrach ist nun in der westrumänischen Stadt Temeswar sehr bekannt. Denn dort hat er den bisherigen Oberbürgermeister mit großem Vorsprung aus dem Amt gekegelt. "Dominic, Dominic", rufen am Wahlabend tausende Menschen und feiern ihr neues Stadtoberhaupt.

Wahl in der Revolutionsstadt

Gut 1.300 Kilometer trennen die beiden Orte Görwihl und Temeswar. Es ist ein historisch bedeutender Ort, denn dort haben viele Menschen im Jahr 1989 die rumänische Revolution erzwungen. Fritz ist nun zuständig für etwa 400.000 Bürgerinnen und Bürger.

"Ich bin natürlich unglaublich dankbar dafür, dass die Temeswarer mir ihr Vertrauen ausgesprochen haben. Es war ein ganz toller Moment."

Dominic Fritz, neuer Oberbürgermeister von Temeswar

Der Überraschungssieger aus dem Südschwarzwald spricht perfekt Rumänisch. Zeit zum Lernen hatte er: Im Jahr 2003 kam Dominic Fritz zum ersten Mal ins Land, nach seinem Studium der Politik- und Verwaltungswissenschaften an der Universität Konstanz. Dominik Fritz arbeitete damals als Freiwilliger in einem Temeswarer Kinderheim, engagierte sich in zahlreichen Sozialprojekten

Er spürte, dass die Stadt frischen Wind brauchte

Dank seiner Arbeit hatte er ein Gespür dafür, wann etwas nicht rundläuft in der Politik, auch in der kommunalen Politik einer großen Stadt in Westrumänien. "Ich glaube, da haben auf der einen Seite ganz alltägliche Dinge eine Rolle gespielt, also so etwas, dass der öffentliche Nahverkehr nicht funktioniert, dass historische Gebäude nicht renoviert wurden. Aber ich glaube, dass es im Endeffekt eher so ein grundsätzliches Gefühl war, dass Temeswar frischen Wind brauchte", sagt Fritz.

Deutlicher Wahlsieg für den Herausforderer

Mit 54 zu 34 Prozent der abgegebenen Stimmen hat sich Fritz gegen den Amtsinhaber Nicolae Robu durchgesetzt, den ehemaligen Rektor der Technischen Universität. Damit hat er sich auch erfolgreich gegen eine nationalistische Kampagne seiner Gegner gewehrt, die ihn als Deutschen nicht in einem rumänischen Rathaus sehen wollten.

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