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Hitze, Trockenheit, Pilzbefall: Das Eschentriebsterben bedroht fast den gesamten Bestand an Eschen im Schwarzwald. Deshalb suchen Förster und Naturschutzbehörden nach Baumarten, die gut mit dem Klimawandel klar kommen.

Er ist so etwas wie ein kleiner Hoffnungsschimmer, der erste Flatterulmen-Setzling, dem möglichst noch viele folgen sollen. Gekauft und gesetzt hat ihn Johannes Rösch, ein Landwirt aus Oberried östlich von Freiburg. Er berichtet: "Das ist für mich Neuland. Ich habe zum ersten Mal von dem Baum gehört und gerade im Bezug auf das Eschensterben, was wir hier sowohl im Wald als auch an den Bächen entlang haben, bietet sich das als Ersatz an."

Landschaft-Erhaltung mit Luftbildern und Bodenkarten

Jan Flessa vom Natur-Erhaltungsverband informiert, dass man die Flatterulme oft entlang von Flüssen, Bächen, begleitend an Auenböden, aber auch an der Wiese am Hang finden kann. Dort passt dieser Baum sehr gut hin.

Flatterulmen sind ökologisch wertvoll

Diese Ulmen können bis zu 35 Meter hoch werden. Sie sind ökologisch ideal, auf der Rinde gibt es viele Flechten und auch Moose. Und es gibt sogar auch einen seltenen Schmetterling, der oben in der Blüte vorkommt. Und dieser heißt Ulmen-Zipfelfalter.

Hoffnungsträger im Naturpark Schwarzwald

Doch erst seit so viele Eschen sterben und entwurzelt im Bachlauf stehen, rückt die Flatterulme ins Blickfeld. Sie ist plötzlich zum Hoffnungsträger geworden. Holger Wegner vom Naturpark Schwarzwald ist begeistert: "Durch die Wiederentdeckung besteht jetzt die Möglichkeit, diese alten Bäume tatsächlich zu vermehren. Bei solchen alten Exemplaren wissen wir auch, das sind die Bäume, die hier an diese Stelle gehören."

Flugsamen des Ur-Schwarzwaldbaumes werden gesammelt

Sehr aufwendig wurden die Samen alter Ur-Schwarzwälder Flatterulmen gesammelt. Netze wurden auf dem Boden ausgelegt, um die Flugsamen, die wie kleine Blättchen aussehen, aufzufangen. Eine Forstbaumschule vermehrte die Samen. Jetzt wurden die ersten 750 Setzlinge aus diesen Samen verteilt - an Kommunen, an Privatleute, die die Flatterulmen vor allem wegen ihrer Widerstandsfähigkeit gekauft haben. Die Flatterulme kann überflutet werden, das hält sie aus. Aber sie ist auch trockenresistent, das heißt für die Zukunft vielleicht ein sehr geeigneter Baum.

Landschaft-Erhaltungsverband zielt auf Vermehrung

Johannes Rösch hat zehn Flatterulmen bei sich in Oberried gesetzt. Der Landschaft-Erhaltungsverband hofft, dass in den kommenden Jahren mindestens weitere 5.000 Flatterulmen im Südschwarzwald dazu kommen werden.

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