Schloss Beuggen am Rheinufer von Rheinfelden wird als Hotel und Restaurant betrieben. (Foto: SWR, Matthias Zeller)

Hohe Energiepreise werden zum Problem

Südbadens Schlösser sind Energiefresser

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Matthias Zeller

Die hohen Energiepreise machen auch den Schlosseigentümern in Südbaden zu schaffen. Manche Schlösser werden nur noch notdürftig beheizt, aber das ist nicht überall möglich.

Schloss Beuggen in Rheinfelden muss auch in diesem Winter beheizt werden, denn es wird als Hotel und Restaurant betrieben.

Schloss Beuggen: Schmucke Fassade, hohe Heizkosten (Foto: SWR, Matthias Zeller)
Schloss Beuggen: Schmucke Fassade, hohe Heizkosten Matthias Zeller

Allein das barocke Hauptgebäude hat rund hundert Fenster und hohe Räume. Nur für diesem Monat rechnet Schlosseigentümer Alexander Schwabe mit Mehrkosten von 80.000 Euro.

"Wir beheizen hier gut zwei Drittel mit Pellets, aber auch der Pellets-Preis ist fünf Mal so hoch wie vor einem Jahr. Die anderen Gebäude werden mit Gas beheizt."

Alexander Schwabe aus Basel, Eigentümer von Schloss Beuggen, in der Heizzentrale (Foto: SWR, Matthias Zeller)
Alexander Schwabe aus Basel, Eigentümer von Schloss Beuggen, in der Heizzentrale Matthias Zeller

Alexander Schwabe will auf die Kostensteigerung reagieren und 50.000 Euro in eine Kombination aus Thermosolar und Solarzellen auf dem Dach investieren.

Schloss ist Sorgenkind in Kirchhofen

Zum Handeln gezwungen sah sich auch Bürgermeister Thomas Breig von der Gemeinde Ehrenkirchen, die in Sachen Heizkosten mit dem Schloss Kirchhofen auch einen "Klotz am Bein" hat.

Das Schloss Kirchhofen hat der Gemeinde Ehrenkirchen bislang hohe Energiekosten beschert. (Foto: SWR, Sebastian Bargon)
Das Schloss Kirchhofen hat der Gemeinde Ehrenkirchen bislang hohe Energiekosten beschert. Sebastian Bargon

Denn das Schloss samt des angeschlossenen Kindergartens verbraucht 200.000 Kilowattstunden im Jahr - so viel wie zehn Einfamilienhäuser. Die eine Hälfte entfällt auf den Kindergarten, die andere auf das Schloss. Das wird in diesem Winter nicht mehr groß beheizt. Zwei Flüchtlingsfamilien, die dort gewohnt haben, mussten deshalb ausziehen. Der "Eine-Welt-Laden" im Schloss bleibt für die Kunden aber geöffnet, sagt der Bürgermeister.

"Nur wird´s halt nicht mehr möglich sein, im Laden gemütlich auf einer Eckbank zu sitzen und dort einen Kaffee zu trinken. Ich gehe davon aus, dass man zumindest einen dicken Mantel oder dicke Jacke benötigt."

Warmes Schloss Bürgeln dank Spendenaktion

Dank einer Spendenaktion kann das Schloss Bürgeln, das in Schliengen liegt und im Besitz des Bürgelnbundes ist, diesen Winter wenigstens notdürftig beheizt werden. Zehntausend Euro und damit die Hälfte des benötigten Betrags sind bereits gespendet worden – zur Freude von Melanie Vollmer, die die Schlossverwaltung leitet.

"Wir haben einen Heizöltank von 14.000 Liter und um diesen zu füllen haben wir die Spendenaktion "Ein Liter Heizöl für Schloss Bürgeln" ins Leben gerufen."

Um Heizkosten zu sparen, gibt es in diesem Winter keine Konzerte oder Lesungen auf Schloss Bürgeln. Die Freunde und Gönner müssen darauf bis zum Frühjahr warten, wenn die Außentemperaturen wieder wärmer werden.

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Um den riesigen Öltank im Schloss Bürgeln bei Schliengen füllen zu können, wird gerade eifrig gespendet. Dennoch muss in dem historischen Gebäude Energie gespart werden.

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