STAND

Über 40 Jahre lang hat Axel Mayer gegen das AKW Fessenheim gekämpft. Er war die Symbolfigur des Widerstands in Baden. Nun – nach seinem Ruhestand – geht auch Fessenheim vom Netz.

Unzählige Male ist Axel Mayer den Weg nach Fessenheim schon gegangen, meist um gegen das älteste Atomkraftwerk Frankreichs zu kämpfen.
Jetzt war er da, um Adieu zu sagen. Der ehemalige Geschäftsführer des BUND Südbaden erinnert sich, dass die Demos in Frankreich damals nicht ungefährlich waren: "Natürlich hatte ich auch manchmal Angst. Es gab Situationen bei der Bauplatzbesetzung in Wyhl oder bei der Bauplatzbesetzung auf französischer Seite, da kam die Polizei und man hatte natürlich Angst gehabt. Aber ich glaube es ist das Privileg der Jugend ein Stück weit in solche Konflikte rein zugehen."

Dauer


Den Kampf gegen Fessenheim hat er sich zur Lebensaufgabe gemacht. Das AKW war gerade fertig gebaut, als sich Mitte der 1970er Jahre die Anti-Atombewegung in Südbaden und im Elsass formierte. Seither gab es das Ziel, Fessenheim still zulegen. In Colmar trifft Axel Mayer die langjährigen Weggefährten aus dem Dreiländereck. Während sie sich den Fragen der Medien stellen, beginnt er sich an seinen Ruhestand zu gewöhnen.

Doch Aufhören für Umwelt- und Naturschutz zu kämpfen wird Axel Mayer natürlich nicht. Auch nicht nach 45 Jahren. Dafür gebe es noch zu viel zu tun, sagt er. Und für Nationalstaatliches Denken gebe es da keinen Platz: "Die Anti-Atombewegung war immer eine grenzüberschreitende europäische Umweltbewegung. Es ging um Umweltschutz und Nachhaltigkeit, aber auch um Demokratie und es ging darum die Grenzen in Europa zu überwinden."

STAND
AUTOR/IN