Arbeiten im Nachbarland mit Hürden (Foto: SWR)

Ruf nach Erleichterungen für grenzüberschreitendes Arbeiten

Arbeiten in Frankreich: Deutsche Unternehmen hoffen auf weniger Bürokratie

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Als Handwerker mal schnell über den Rhein fahren und im Nachbarland Frankreich einen Auftrag erledigen, ist nicht so einfach. Der bürokratische Aufwand ist inzwischen enorm hoch.

Den Rhein zu überqueren, für Personaleinsatz, Dienstleistungen und Warenlieferungen im Nachbarland, das bleibt durch die Entsenderichtlinie und die sogenannte A1-Bescheinigung für Firmen mit hohen Hürden verbunden. Die Firma Schwarzwald-Eisen in Lahr muss jeden Mitarbeiter und jede Station der Auslieferung im Vorhinein minutiös in Frankreich anmelden. Ein enormer bürokratischer Aufwand. Der Ruf nach Erleichterungen wird immer lauter. "Es wäre auch schön, wenn die Formulare leichter würden, dass man keinen Kunden einzeln eingeben muss, mit den Uhrzeiten und so weiter," sagt Tanja Bohner-Auer von Schwarzwald-Eisen. "Das ist für uns relativ schwierig vorherzusehen, wenn es dann doch mal einen Stau auf der Straße hat."


Hoffnung auf die neue Ministerin Brigitte Klinkert

Die Wünsche an die Nachbarn hat die deutsche Seite beim Besuch der ehemaligen Präsidentin des Département Haut-Rhin und jetzigen Ministerin im französischen Arbeitsressort , Brigitte Klinkert, erneut bekräftigt. So hofft der Chef von Schwarzwald-Eisen und IHK-Präsident Südlicher Oberrhein Steffen Auer seit zwei Jahren, dass die französische Regierung mit einem Dekret kommt, das Erleichterungen für die Landkreise direkt an der Grenze bringt. Schließlich sei man in einer trinationalen Metropolregion. "Das wäre natürlich toll, dann müssten wir nicht täglich unsere Mitarbeiter anmelden,“ so Auer

Deutsche Firmen brauchen schnelle Entlastung

Mit dem Ziel, Firmen in Grenzgebieten bald wirksam zu entlasten, arbeitet während der EU-Ratspräsidentschaft auch Berlin an Lösungen zu A1-Bescheinigungen und Entsenderichtlinie. Peter Weiß, CDU Bundestagsabgeordneter für Emmendingen - Lahr, gibt sich zuversichtlich. "Es sieht heute besser aus, als in den vergangenen Monaten, dass dieses für die Grenzgänger und für uns hier in der Grenzregion, wirklich wichtige Thema so gelöst wird, dass in den ersten Tagen die A1-Bescheinigung nicht benötigt wird.“ Fest steht: Die Firmen in der Region warten weiterhin sehnsüchtig darauf, dass sie die Grenzen bald wieder ohne bürokratische Hindernisse passieren können.

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