Kostenlose Ausflugs-Fahrten in Grenzach-Wyhlen und Rheinfelden

Mit der Senioren-Rikscha ins Grüne

STAND
AUTOR/IN

Mal wieder den Wind in den Haaren spüren und die Heimat neu entdecken. Das Familienzentrum Rheinfelden bietet älteren Menschen kostenlos Rikscha-Ausflüge an.

Die Lust am Radfahren hat in den letzten Jahren deutlich zugenommen. Ob zur Arbeit pendeln oder am Wochenende durch die Landschaft gondeln, Radeln ist so beliebt wie nie zuvor. Wer alt und gebrechlich ist, für den ist Radfahren zwar vorbei, aber in Rheinfelden und Grenzach-Wyhlen (Kreis Lörrach) gibt es seit kurzem eine Alternative und zwar Ausfahrten mit einer Fahrrad-Rikscha.  Das Familienzentrum in Rheinfelden hat das Angebot organisiert, die Fahrer sind allesamt ehrenamtlich tätig und für die Fahrgäste sind die Ausflüge ins Grüne sogar kostenlos.

Einer der ehrenamtlichen Rikscha-Fahrer ist der 55-jährige Georg Stenz aus Grenzach-Wyhlen. Er holt regelmäßig zwei ältere Damen zu einer Ausfahrt ab. Über 90 Jahre sind die beiden Seniorinnen alt. Mit dem Laufen tun sie sich zwar etwas schwer, ansonsten aber sind sie immer noch ziemlich unternehmungslustig. Georg Stenz hilft ihnen beim Einsteigen in die Fahrrad-Rikscha. Dick eingepackt machen es sich die beiden Seniorinnen gemütlich.

Rikscha wurde mit Spenden gekauft

Die Rikscha sieht ähnlich aus wie ein Lastenfahrrad, statt der Ladekiste wurde vor dem Lenker ganz einfach eine Sitzbank eingebaut. "Charlotte" heißt das Gefährt und wurde ausschließlich mit Spenden finanziert. Es stammt aus Dänemark und ist eine Sonderanfertigung mit Elektromotor. Die Fahrer nennen sich deshalb auch Piloten.

"So kommt man ein bisschen rum und unter Leute und kann ein bisschen reden"

Margot Warthmann und ihre Mitfahrerin Elli Dold sind Stammgäste. Die beiden kennen sich von früher und genießen die Gratisfahrten in vollen Zügen. "Die Rikscha ist ganz besonders gut für alte Leute. Die kommen nämlich nicht ins Dorf, wo die vielen Angebote sind und es ist schön, weil wir an der Haustüre abgeholt werden." Die beiden Damen fahren am liebsten am Rhein entlang oder durch die Reben, "eben dahin, wo wir früher waren und jetzt nicht mehr hinkommen." Und Elli Dold fügt hinzu: "Manchmal lassen wir uns auch einfach von unserem Piloten überraschen."

Das Familienzentrum Rheinfelden hat die Rikscha und die Ausbildung der ehrenamtlichen Fahrer organisiert. Inzwischen stehen allein in Grenzach-Wyhlen 16 ehrenamtliche Piloten bereit. Die Rikscha-Piloten erhielten ein Fahrtraining mit der E-Rikscha und wurden auch psychologisch geschult, erklärt Georg Stenz: "Im Rahmen der Ausbildung  lernt man zum Beispiel auch den Umgang und das Gespräch mit den Senioren. Man hat ja beispielsweise auch demente Leute, da lernt man dann eine entsprechend aktive Kommunikation."

Ausflüge an geliebte Orte

Für die beiden über 90-jährigen Seniorinnen geht es an diesem Vormittag am Althrein entlang und dann durch das Ortszentrum wieder zurück nach Hause. Beim Einsteigen war es zwar noch etwas frisch, aber kaum trat Georg Stenz in die Pedale, brach die Sonne durch. Ideale Bedingungen also, um sich in der Rikscha den Fahrtwind um die Nase wehen zu lassen. "Ich bin froh, dass es das Angebot gibt. Es ist jedes mal wieder schön, vor allem wenn schönes Wetter ist", meint Margot Warthmann und ihre Mitfahrerin stimmt ihr voll und ganz zu: "Ja, es ist wunderschön und vielen vielen Dank dafür."

Murg

Kommunikation trotz Corona Schwätzbänkle in Murg laden zum Gespräch ein

Das Schwätzle auf der Bank ist etwas, das viele gerade vermissen. Seniorenräte haben dafür Schwätzbänkle aufgestellt. So ist direkter Austausch wieder möglich - sogar auf Abstand.  mehr...

STAND
AUTOR/IN