Rückhalteräume Kulturwehr Kehl-Straßburg, sowie Polder Altenheim und Erstein (Elsass) erfolgreich geflutet (Foto: Pressestelle, Regierungspräsidium Freiburg)

Kulturwehr Kehl-Straßburg und Polder Altenheim

Rheinpegel bei kritischer Marke: Polderflutung am Oberrhein erfolgreich

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Wegen des steigenden Rheinpegels wurden das Kulturwehr Kehl-Straßburg und der Polder Altenheim (Ortenau) geflutet. Am frühen Sonntagabend Entwarnung.

Da der Rheinpegel am Samstag eine kritische Marke erreicht hatte, sind die beiden größten Hochwasserschutzanlagen am Oberrhein das Kulturwehr, Kehl-Straßburg und der Polder Altenheim, bis zur Hälfte gefüllt worden. Das entspricht über 27 Millionen Kubikmeter Wasser. Entgegen der Prognosen hatte das Hochwasser am Oberrhein am Samstagmittag die Einsatzkriterien für die beiden Hochwasserschutzanlagen im Raum Kehl (Ortenaukreis) erreicht. Es ist somit gelungen, die Dämme entlang des Rheins bis zur letzten Staustufe Iffezheim zu entlasten.

Mit der Überflutung der Rückhalteräume Polder Kehl-Straßburg und Altenheim, aber auch Erstein auf der französischen Seite, wurde der Hochwasserscheitel am Rhein abgesenkt, um die Schutzdämme nördlich der Staustufe Iffezheim (Kreis Rastatt) zu entlasten, erklärte Stephan Schmid vom Regierungspräsidium Freiburg. Die Zusammenarbeit über die Grenze hinweg habe gut funktioniert, hieß es. Zum Schutz von Mensch und Tier soll das Kulturwehr Kehl-Straßburg und der Polder Altenheim bis zur vollständigen Entleerung noch einige Tage abgesperrt bleiben. Zuletzt wurden die Polder bei Kehl 2013 geflutet.

Lörrach gleich mehrfach von Unwetter betroffen

Gewitter mit Starkregen hatten zuvor am Freitagabend in Südbaden für vollgelaufene Keller und überschwemmte Straßen gesorgt. Insbesondere im Kreis Lörrach habe es speziell in Lörrach und Weil am Rhein deshalb viele Notrufe gegeben, sagte ein Sprecher der Polizei am Samstag. Nach Aufräumarbeiten konnten alle Straßen noch am Wochenende wieder freigegeben werden, so Lörrachs Oberbürgermeister Jörg Lutz (parteilos). Die Situation sei wieder normal, abgesehen von den nach wie vor vollgelaufenen Kellern.

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Lörracher OB: Schutzmaßnahmen sind zu ermitteln

Von den Überschwemmungen war zwischenzeitlich auch die A98 zwischen Weil am Rhein und Kandern betroffen. Die Fahrbahn sei am Freitagabend für etwa eine Stunde gesperrt worden. Bleibende Schäden entstanden den Angaben nach aber nicht. Verletzt wurde niemand. Nach dem Hochwasser in Lörrach wird es Tage dauern, bis alle Schäden behoben sind. Lörrachs Oberbürgermeister Jörg Lutz zufolge müssen jetzt Schutzmaßnahmen ermittelt werden, mit denen künftig Schäden bei ähnlichen Unwettern vermieden werden können.

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