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Ab Montag sollen die Maßnahmen in Kraft treten. Bund und Länder wollen mit den massiven Kontaktbeschränkungen die drastisch steigenden Corona-Infektionszahlen in den Griff bekommen. Viele halten die Maßnahmen jedoch für unsinnig.

Gastronomiebetriebe, Theater, Opern, Konzerthäuser, Messen oder Freizeitparks sollen geschlossen bleiben. Der Freizeit- und Amateursportbetrieb soll eingestellt werden. Schulen und Kindergärten aber bleiben offen. Auch in Südbaden gibt es massive Kritik an den neuen Corona-Beschränkungen. Gastronomen, Kulturschaffende und Sportvereine reagieren mit Unverständnis auf den Teil-Lockdown. Die verschärften Maßnahmen ab Montag werden ihnen schwer zu schaffen machen.

CDU-Bundestagsabgeordneter Schreiner gegen Schließung der Gastronomiebetriebe

Der CDU-Bundestagsabgeordnete Felix Schreiner aus dem Kreis Waldshut spricht sich gegen die geplante Schließung von Restaurants, Bars und Kneipen Anfang November aus. Die Gastronomiebetriebe sollten unbedingt weiterhin geöffnet bleiben, sofern sie nachweislich die hygienischen Standards wahren, so Schreiner. Gerade diese Branche habe in den vergangenen Monaten besonders gelitten, sich aber auch einer immensen Aufholjagd mit klugen und sicheren Konzepten gestellt. Studien würden außerdem zeigen, dass in Restaurants kaum Infektionen stattfänden.

Auch Badeparadies Schwarzwald muss wieder schließen

Drei Mädchen beim Rutschen (Foto: SWR, SWR -)
SWR -

Das Badeparadies Schwarzwald in Titisee-Neustadt ist wie alle anderen Freizeitattraktionen von den erneuten Einschränkungen der Bundesregierung wegen der rasant steigenden Corona-Infektionszahlen betroffen. Ab dem kommenden Montag darf das Spaßbad nicht mehr öffnen. Mehr als 120 Mitarbeiter und rund 180 Zulieferer sind betroffen.

Der Leiter des Bades, Jochen Brugger, reagierte geschockt auf die erneute Schließung. Die Gäste hätten ihm und seinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern rückgemeldet, dass sie sich sehr sicher und wohlgefühlt hätten angesichts der vielen Hygienevorkehrungen seit dem Beginn der Corona-Pandemie. Es sei bislang keine Infektion mit dem Virus auf den Aufenthalt im Bad zurückzuführen gewesen. "Insofern ist es natürlich ganz, ganz bitter, dass wir jetzt nochmal schließen müssen", so Brugger.

Geforderter Reiseverzicht trifft Flughäfen

Die Empfehlung der deutschen Bundesregierung an die Bevölkerung (laut dpa), auf private Reisen zu verzichten, wird sich nach Einschätzung des Flughafens Zürich auch negativ auf die Luftfahrtbranche auswirken. Flughafen-Chef Stephan Widrig sagte dem SWR, Wirtschaft und Gesellschaft müssten lernen, mit dem Corona-Virus zu leben. Er geht davon aus das die Luftfahrtbranche sich in den nächsten Monaten auf eine sehr niedrige Reisetätigkeit einstellen muss.

"Wirtschaftlich, gesellschaftlich können wir nicht über Monate alles still legen, ohne große Schäden nachzulesen. Es braucht auch das Bewusstsein, dass eine gewisse Grundversorgung - und dazu gehört auch die Reisetätigkeit - letztlich auch da sein muss. Da hoffen wir schon, dass im Umgang mit den Reisebeschränkungen und den Quarantäne-Regelungen nach der zweiten Welle eine vernünftige Regelung gefunden wird. Dass innerhalb Europas wenigstens wieder normal geflogen werden kann."

Stephan Widrig, Flughafen-Chef Zürich

Europa-Park in Rust vom Lockdown hart getroffen

Der Europa-Park in Rust wird nach Einschätzung der Unternehmensleitung von den neuen Maßnahmen zur Eindämmung der Coronavirus-Pandemie sehr hart getroffen. Das teilte der Gründer des Freizeitparks, Roland Mack, mit. Die verschärften Maßnahmen kämen überraschend. Man habe sich auf die Zusicherung der Politik verlassen, dass es keinen erneuten Lockdown gäbe, so Roland Mack. Zumal Hotels, Gastronomie, Freizeitparks und Erlebnisbäder keine Treiber des Infektionsgeschehens gewesen seien.

Mack fordert öffentliche Hilfen für die Freizeit-Branche

Der Europa-Park-Gründer fordert öffentliche Hilfen, um die Branche zu retten. Wenn aus pandemiebedingten Gründen geschlossen werde, müsse auch der Ausgleich des Schadens garantiert werden. Gastronomen und Reisebüroinhaber, Familienhoteliers und Reisebus-Unternehmer und viele mehr überlebten den Corona-Winter sonst wirtschaftlich nicht.

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