Moderator Maxime Dillinger von France Bleu Alsace zu Besuch im SWR Studio Freiburg. (Foto: SWR, Marion Eiche)

Radiotag in Frankreich

"SWR4 - da bin isch da'eim": Straßburger Radiomacher funkt im SWR Studio Freiburg

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Ein Kurztrip über die Grenze anlässlich des Radiotages in Frankreich: Moderator Maxime Dillinger hat am 3. Juni für France Bleu Alsace live aus dem SWR Studio Freiburg berichtet.

Vier Uhr morgens klingelt der Wecker in Straßburg: Maxime Dillinger macht sich bereit für das Radio-Rendezvous im SWR Studio Freiburg. Anlässlich des Radiotages in Frankreich fährt der Moderator von France Bleu Alsace zu seinen Kolleginnen und Kollegen nach Freiburg. Mit im Gepäck: ein Smartphone, ein Mikrofon und viele Fragen.

SWR-Journalistin Anita Westrup live auf Sendung in France Bleu Alsace.  (Foto: SWR, Marion Eiche)
SWR-Journalistin Anita Westrup live auf Sendung in France Bleu Alsace. Marion Eiche

Maxime Dillinger berichtet unter anderem in einer Facebook-Story von France Bleu über den Besuch im SWR Studio Freiburg (abrufbar bis 4. Juni 2022, 10 Uhr).

Grenzüberschreitender Austausch für Early Birds

Maxime Dillinger, begeisterter Radiomacher, schaltet sich per Smartphone in die Morgenshow von France Bleu Alsace. An seiner Seite ist SWR-Reporterin Anita Westrup. Gemeinsam erkunden sie das Funkgebäude in der Kartäuserstraße 45. Maxime Dillinger erfährt, dass es sich bei dem Industrie-Bau um eine ehemalige Näh- und Stickseidenfabrik aus dem 19. Jahrhundert handelt. Heute, knapp 200 Jahre später, sind es rund 70 Journalisten, die ihre Geschichten für Radio, Fernsehen und Online hier verweben - nicht selten auf der Suche nach dem roten Faden.

Wie werden die Öffentlich-Rechtlichen finanziert?

Nächster Halt: die Sendestudios. Zwischen Mischpulten und Mikrofonen fühlt sich der Straßburger Journalist sichtlich wohl, stimmt aber auch nachdenkliche Töne an. Er mache sich Sorgen um die Zukunft seiner Sendeanstalt, sagt er. Die französische Regierung hat angekündigt, die Rundfunkgebühren ("Contribution à l'audiovisuel public") in diesem Jahr abschaffen zu wollen. Es geht um einen jährlichen Beitrag von rund 130 Euro im Jahr. Rund 23 Millionen Haushalte sind bisher noch zahlungspflichtig. Wenn dieses Geld wegfällt, könnten einige Stellen gestrichen werden, befürchtet Dillinger. Die Zukunft von France Bleu Alsace sei ungewiss. Auch in Deutschland, berichtet SWR-Reporterin Anita Westrup, sei der Rundfunkbeitrag immer wieder ein Streitthema. Im vergangenen Jahr war der Beitrag von 17,50 Euro im Monat um 86 Cent auf dann 18,36 Euro gestiegen. Die Diskussionen um Höhe und Daseinsberechtigung des Beitrags gehen weiter.

Zukunftsmusik: Radiomachen in 50 Jahren?

Immer mehr junge Menschen, erzählt Maxime Dillinger, würden heutzutage eher Playlisten auf Spotify hören, als das Radio einzuschalten, so seine Erfahrung aus Frankreich. Was also tun, damit Radiomachen nicht ausstirbt? Dillinger lädt immer häufiger junge Menschen in seine Sendung ein. Wichtig sei auch, ergänzt Anita Westrup, dass die Radioinhalte lokal und nah an den Menschen blieben. Nur so könne man sich von den großen, überregionalen Sendern abgrenzen.

Die nächsten Radiotage sollten vorerst nicht in Gefahr sein. In der Zwischenzeit will Maxime Dillinger noch mehr Sätze auf Deutsch sagen können. Noch hapert es an der Aussprache und an den Vokabeln. Aber das Wichtigste: Der Wille zählt. Diesen Satz kann er bereits auswendig.

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