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Radschnellwege zum Beispiel könnten gerade Pendlern die Fahrt zum Arbeitsplatz so angenehm wie möglich machen. Wie erlebt das eine Radpendlerin aus Wittnau, die jeden Tag quer durch Freiburg muss, um nach Waldkirch zu kommen?

Keine Parkplatzsuche, keinen Stress, keinen Stau: wer mit dem Fahrrad zur Arbeit fährt, der kann sich schon früh am Morgen viel Ärger ersparen. Deshalb versuchen die Städteplaner Radfahren in den Städten so attraktiv wie möglich zu machen. Unterwegs mit einer Fernpendlerin aus Wittnau im Hexental.

Jacke zu, Fahrradschuhe und Handschuhe an - der Weg zur Arbeit dauert für Annette Faller nicht nur etwas länger, "das ist auch ein bisschen mehr Aufwand. Weil ich hab natürlich hier meinen Laptop dabei und meine ganzen Klamotten, die ich heute im Büro anziehe. So kann ich ja schlecht zur Arbeit gehen."

Seit vier Jahren pendelt Annette Faller täglich gut 20 Kilometer von Wittnau nach Waldkirch. Die ersten Kilometer sehr angenehm, es geht bergab durch das Hexental, doch dann muss sie einmal quer durch Freiburg: "Da muss man wirklich aufpassen, ist voll Adrenalin, wenn man durch die Großstadt fährt. Vor allem halt morgens wenn der Pendelverkehr dann noch gleichzeitig läuft."

Dabei wurde in den vergangenen Jahren in Freiburg schon viel für die  Sicherheit der Radfahrer getan, in einer Zufriedenheits-Umfrage landet Freiburg auf Platz 3. Vor allem entlang der Hauptstraßen verlaufen parallel Radwege, trotzdem fühlt sich Annette Faller hier nicht ganz sicher: "Es ist schon besser als früher, als es keine Fahrradspur gab - weil der Autofahrer auch weiß anhand der weißen Linie, der Bereich hier ist für die Fahrradfahrer reserviert. Aber die Angst vor LKW, die bleibt natürlich."

Im Zentrum von Freiburg kommen dann noch die Straßenbahnen dazu. Jetzt, sagt sie, werde es manchmal echt chaotisch. Helfen würde eine deutliche möglichst farbige Fahrbahnmarkierung: "Was ich etwas komisch finde ist, dass der Platz sich nicht deutlich von der Straße abtrennt. Das ist manchmal das Problem mit Menschen, die hier unterwegs sind, dass sie dann einfach auf die Straße laufen. Sie verstehen gar nicht, dass hier eigentlich eine Fahrradstraße durchführt."

Auch Fahrrad-Gegenverkehr sei nicht ganz unproblematisch, und trotzdem: sie genieße jeden Morgen ihre Fahrt zur Arbeit:

"Das ist total schön, es macht richtig viel Spaß mit dem Fahrrad zur Arbeit zu fahren. Man hat morgens schon seinen Sport, hat sich bewegt, kommt gut gelaunt im Büro an und ist einfach frisch und wach."

Annette Faller, Rad-Fernpendlerin aus Wittnau

Sagt es und fährt los - vor ihr liegen die letzten Kilometer durchs Grüne bis zu ihrem Arbeitsplatz in Waldkirch.

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