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Auf dem Freiburger Weihnachtsmarkt duftet es neben Glühwein, Mandeln und Bienenwachs deftig nach Raclette. Wie hält das jemand auf Dauer eigentlich aus, der am Raclette-Stand arbeitet?

Jeden Tag zerschmelzen am Raclette-Stand von Hansjörg Saur mehr als 100 Kilo Käse – Fäden und Geruchsschwaden ziehend. Seit über 30 Jahren verkauft er Raclette. Zeit genug, sich an den Duft zu gewöhnen. Bis vor drei Jahren war das noch viel intensiver, mit dem Geruch. Bis Hansjörg Saur einen Racletteduft-Abzugsfilter einbaute – und auf den durchdringenden Käsegeruch damit modernste Raumfahrttechnik angesetzt hat, inklusive Plasmafilter und Ionen-Beschuss.

Dauer

Aber trotz Nasa-Technik duftet – oder riecht es – je nachdem, immer noch ein bisschen. Am Stand nebenan nimmt man es gelassen. Doch nicht jeder ist so wohlwollend wie der Stand-Nachbar. Die Freundin von Juniorchef David Saur zum Beispiel kann dem besonderen Geruch nur wenig abgewinnen – Beziehungskiller Raclettekäse? Das nun nicht. Aber eins ist klar: der Freundin stinkt's.

Die Weihnachtsmarkt-Besucher schreckt der besondere Duft dagegen weniger. Auch um drei Uhr am Nachmittag zieht der Käse Kundschaft an. Auch wenn nicht jeder Fan des Geruchs ist – beim Geschmack sind sich alle einig.

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