ein Mann im Gerichtssaal mit Verteidiger  (Foto: SWR)

Prozessauftakt vor Landgericht Freiburg

Einbrüche in Eichstetten: Angeklagter gesteht Messerangriff

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Paula Zeiler

Versuchter Mord und Körperverletzung: so lautete unter anderem die Anklage gegen einen 29-Jährigen. Beim Prozessauftakt am Montag schilderte er die Tat ausführlich.

Ende März soll ein 29-Jähriger in Eichstetten am Kaiserstuhl (Kreis Breisgau-Hochschwarzwald) unter anderem drei Menschen schwer verletzt haben - ein Mann musste sogar notoperiert werden.
Direkt zu Beginn der Gerichtsverhandlung entschuldigte sich der gebürtige Bötzinger bei den Geschädigten und räumte die Tat ein. Er habe durch die Einbrüche versucht, an Geld zu kommen. Damit wollte er seine Drogensucht finanzieren. Seit seinem 14. Lebensjahr sei er, vor allem von Marihuana, abhängig.

Einbruch mit Axt in Eichstetten

Beim Prozessauftakt am Montag ging es, nachdem der Mann die Vorwürfe einräumte, vor allem um den möglichen Tathergang. Ende März soll der mutmaßliche Täter zunächst mit einer Axt in die Wohnung eines Bekannten eingedrungen sein. Diesen wollte er um Geld bitten. Nach Handgreiflichkeiten floh der Angeklagte, aber ohne Beute.

Messerattacke Eichstetten: Genauer Tathergang geschildert

Am nächsten Abend soll er, so der Vorwurf der Staatsanwaltschaft, einen weiteren Einbruch in der Nähe des Gewerbegebietes in Eichstetten versucht haben. Mit einem spitzen Stein sei es ihm - allerdings erst beim zweiten Versuch - gelungen, eine Fensterscheibe einer Erdgeschosswohnung einzuwerfen. Dort erhoffte der Angeklagte, einen Autoschlüssel zu finden. Damit wollte er nach eigenen Angaben einen hochwertigen Sportwagen klauen. Bevor der Angeklagte jedoch in die Wohnung eindringen konnte, sei er entdeckt worden. Das Ehepaar, welches über der Wohnung lebt, habe einen lauten Knall gehört und sei in den Garten gekommen.

Angreifer floh zunächst nicht

Nachdem der Angeklagte den Ehemann entdeckt habe, soll er mit einem Messer auf diesen losgegangen sein. Danach soll der 29-Jährige auf den Mann eingestochen und eingetreten haben, auch nachdem dieser schon am Boden lag. Die Ehefrau soll ihren Mann derart verteidigt haben, dass dieser kurz zurückschreckte. Nachdem beide angefangen hätten nach Hilfe zu rufen, sei der Angreifer geflohen. Die Frau verständigte den Rettungsdienst. Der Ehemann wurde ins Krankenhaus gebracht und musste notoperiert werden, da er mit dem Messer schwer an Lunge und Rücken verletzt wurde. Und auch die Ehefrau wurde bei dem Überfall schwer verletzt. Nach der Alarmierung der Polizei wurde eine Großfahndung eingeleitet - auch Hubschrauber suchten nach dem mutmaßlichen Täter.

Täter auf der Suche nach Geld

Der 29-Jährige hatte vor der Tat in den Niederlanden gelebt. Laut eigenen Angaben sei er ins Nachbarland ausgewandert, um dort Marihuana legal konsumieren zu können. Kurz vor der Tat habe er seinen Job und seine Wohnung verloren. Auf der Suche nach Geld und einer Anstellung, sei er wieder zurück an den Kaiserstuhl gekommen.

Der Tatverdächtige sitzt derzeit in Haft. Das Gericht hat insgesamt fünf Verhandlungstage für den Prozess anberaumt. Das Urteil wird für den 22. August erwartet.

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