Am Sonntag haben viele hundert Menschen teils mit Traktoren gegen den Weiterbau der B31-West demonstriert. (Foto: SWR)

Unnötiges Straßenbauprojekt in Zeiten des Klimawandels?

Merdingen: Großkundgebung gegen Weiterbau der B31-West

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Gabi Krings

In Merdingen haben am Sonntag viele hundert Menschen gegen den Weiterbau der B31-West von Gottenheim nach Breisach demonstriert. Die Straße sei unnötig und klimaschädlich.

Das Straßenprojekt sei aus der Zeit gefallen, kritisierte der Bürgermeister von Merdingen, Martin Rupp, auf der Rednerbühne bei der Kundgebung gegen den Weiterbau der B31-West. Angesichts des Klimawandels dürfe keine weitere Fläche für sinnlose Infrastruktur versiegelt werden. Rupp sagte: "Diese Straße kommt nicht!“

Dauerregen schreckt Protestierende nicht ab

Trotz strömenden Regens waren viele hundert Menschen zur Protestaktion gekommen, die Veranstalter sprachen von bis zu 1.000 Personen. Zahlreiche von ihnen waren zuvor mit Fahrrad und Traktor von Gottenheim, Hochstetten, Gündlingen und Ihringen in einem Demonstationszug zur Merdinger Winzerhalle gefahren.

Breites Bündnis gegen den Weiterbau der B31-West

Zu der Kundgebung hatten verschiedene Bürgerinitiativen und Gruppen aufgerufen. Angeschlossen hatten sich unter anderem auch der BUND, der Nabu, Fridays für Future sowie der BLHV. Das Protestbündnis will nicht, dass die B31-West, die aktuell bei Gottenheim endet, bis Breisach weiter gebaut wird. Wertvolle Ackerflächen gingen sonst verloren, aber auch ein Moorgebiet mit seltenen Pflanzen und Tieren würde zerstört. Eine Versiegelung dieser Versickerungsfläche dürfe es angesichts des Klimawandels mit zunehmenden Starkregenereignissen nicht geben.

Trotz Dauerregens: Großer Andrang bei der Protestkundgebung gegen den Weiterbau der B31-West (Foto: SWR, Gabi Krings)
Trotz Dauerregens: Großer Andrang bei der Protestkundgebung gegen den Weiterbau der B31-West Gabi Krings

Unterstützung von Bundestagskandidierenden

Ziel der Veranstaltung war es, den Entscheidungsträgern zu zeigen, dass die Menschen die Bundesstraße nicht wollen. Die Kulturlandschaft müsse erhalten bleiben. Statt für eine zwölf Kilometer lange Strecke 164 Millionen Euro zu verschwenden, sollte man den ÖPNV ertüchtigen und Radschnellwege bauen, so das Aktionsbündnis. Die Forderung fand bei den Bundestagskandidierenden Chantal Kopf von den Grünen, Julia Söhne von der SPD sowie Tobias Pflüger von der Linken Unterstützung. Vor den Versammelten sprachen sich alle drei ebenfalls gegen einen Weiterbau der B31-West aus. Das Geld müsse man stattdessen in die Mobilitätswende stecken.

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