Mehrere Wohnungsgesuche hängen am 11.10.2013 am Schwarzen Brett der Universität in Konstanz (Baden-Württemberg).  (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance / dpa | Felix Kästle)

Studie vor dem Wintersemester

Preise für WG-Zimmer gestiegen - besonders in Freiburg

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Wera Engelhardt

Die steigenden Mietpreise treffen auch Studierende. Einer Studie zufolge müssen sie für WG-Zimmer viel mehr zahlen als noch vor einem Jahr. 70 Euro mehr sind es allein in Freiburg.

Die Preise für WG-Zimmer sind in Freiburg im vergangenen Jahr offenbar stärker gestiegen als in den anderen Hochschulstädten Baden-Württembergs. Das ist jedenfalls das Ergebnis einer Studie des Moses-Mendelssohn-Instituts kurz vor Beginn des Wintersemesters.

Der Auswertung zufolge müssen Studierende in Freiburg in diesem Jahr durchschnittlich 490 Euro pro Monat für ein Zimmer in einer Wohngemeinschaft zahlen - satte 70 Euro mehr als im Vorjahr. Der Landesschnitt der Mietpreise liegt laut der Studie bei 451 Euro. Im Vorjahr waren es Baden-Württemberg-weit der Auswertung zufolge 408 Euro.

Mietpreise auch bundesweit gestiegen

Auch bundesweit ist der Preis für studentisches Wohnen stark gestiegen. Im Mittel kostet ein WG-Zimmer nun 435 Euro statt 391 Euro. Am teuersten wohnen Studierende in München. 700 Euro kostet ein WG-Zimmer dort durchschnittlich nach Angaben des Moses-Mendelssohn-Instituts.

Freiburger Studierendenwerk sieht Lage weniger dramatisch

Das Freiburger Studierendenwerk dagegen beobachtet bei seiner Unterkunftsvermittlung auf dem privaten Markt noch keine drastische Steigerung der Mietpreise. Eine Sprecherin mahnte zur Vorsicht im Umgang mit der Studie. Auf dem Portal "WG Gesucht“ würden auch außergewöhnlich teure Angebote eingestellt, die nicht üblich seien und das Gesamtergebnis verzerrten, sagte die Sprecherin.

Das Deutsche Studentenwerk (DSW), in dem die Studentenwerke in Deutschland organisiert sind, wertete die Ergebnisse der Studie jedoch als Alarmsignal, dass sich die ohnehin schon angespannte Lage auf dem Wohnungsmarkt für Studenten weiter zuspitze.

"Der Staat muss gegensteuern, zuerst mit einer raschen BAföG-Erhöhung", sagte der DSW-Generalsekretär Matthias Anbuhl laut einer Mitteilung. Das Kürzel BAföG (Bundesausbildungsförderungsgesetz) wird oft verwendet, wenn es um die finanzielle Förderung für Studenten geht, die sich aus dem Gesetz ergibt.

Anzeigen auf Immobilienportal "WG-Gesucht" ausgewertet

Den Studenten drohe eine existenzielle soziale Notlage, hieß es vom DSW weiter. Sie litten noch unter den Nachwirkungen der Corona-Pandemie und wüssten angesichts explodierender Preise oft nicht, wie sie im Winter ihre Miete, Strom, Gas und Lebensmittel bezahlen sollen.

Das Moses-Mendelssohn-Institut forscht schwerpunktmäßig unter anderem zu Immobilienmärkten. Für die Studie wertete es Zimmer-Angebote auf dem Immobilienportal "WG-Gesucht" aus. Berücksichtigt wurden Inserate in der zweiten Augusthälfte für alle 95 deutschen Hochschulstädte mit mindestens 5.000 Studierenden.

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