Aber Zahl der infizierten Reiserückkehrer steigt

Corona-Testpflicht: Nur wenige Verstöße bei Grenzkontrollen

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Immer mehr Reiserückkehrer bringen aus dem Ausland eine Corona-Infektion mit. An den Grenzen, etwa bei Breisach, kontrolliert die Bundespolizei immer wieder stichprobenartig.

Die Europa-Brücke in Breisach am Freitagvormittag. Die Bundespolizei hat sich hier zur Corona-Kontrolle aufgestellt. Immer wieder winken die Beamten Autos aus der Schlange. Stichprobenartig kontrollierten sie, woher die Autofahrer kommen - ob aus Frankreich oder weiter weg. Und ob sie auch Corona-Impfzertifikate oder ein gültiges Testergebnis mitbringen.

Nur 21 Verstöße bei 1.800 Kontrollen

Seit August macht die Bundespolizei immer wieder solche überraschenden Einreisekontrollen. Die Bilanz der Verstöße gegen die Einreisebestimmungen fällt dabei eher erfreulich aus, so Polizeisprecher Friedrich Blaschke: "In den vergangenen vier Wochen haben wir bei 1.800 Kontrollen 21 Verstöße festgestellt." Die Betreffenden wurden ans Gesundheitsamt verwiesen und müssen mit einem Bußgeld rechnen.

Zahl der infizierten Rückkehrer steigt

Nach aktuellen Zahlen des Landesgesundheitsamtes (Stand vom 2. September) wurden innerhalb der vergangenen zwei Schulferien-Wochen 3.360 Infizierte registriert, die sich womöglich im Ausland angesteckt haben. Mit über 1.400 Fällen bislang sind die meisten Menschen aus ihrem Urlaub im Kosovo mit einer Infektion zurückgekehrt. Knapp 1.000 Urlauber haben sich wahrscheinlich in der Türkei angesteckt, 628 in Kroatien, aus Italien sind es knapp 300.

Mediziner wie der Arzt und Medizinjournalist Christoph Specht glauben allerdings nicht, dass Reiserückkehrer einen nennenswerten Einfluss auf das Infektionsgeschehen in Deutschland haben werden. "Wir haben ja Corona inzwischen überall", sagt Specht.

Reisende reagieren gelassen

An der Grenze in Breisach reagieren die meisten Reisenden eher gelassen und mit viel Verständnis auf die Corona Kontrollen der Bundespolizei. Das, so Polizeisprecher Friedrich Blaschke, sei bislang auch an den anderen Kontrollstellen zur Schweiz und zu Frankreich so zu beobachten gewesen.

"Die Reisenden spielen mit. Die sind auch froh, dass kontrolliert wird. Sie haben sich im Vorfeld Mühe gegeben, haben die Tests gemacht, um an der Grenze keine Probleme zu haben."

Doch was bringen die Kontrollen in medizinischer Sicht? Der Medizinjournalist Christoph Specht jedenfalls hat leise Zweifel, ob die Kontrollen mehr als Symbolcharakter haben: "Das sind ja alles Schnelltests, die gemacht werden, und die sind bei [Fällen] ohne Symptome nicht sonderlich gut." Gerade mal 50 Prozent der Corona-Positiven, so schätzt er, werde damit entdeckt.

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SWR