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In einem Seniorenheim in Neuried in der Ortenau sind insgesamt 30 Bewohner und Mitarbeiter positiv auf das Coronavirus getestet worden. Bisher haben sie nur leichte Symptome.

Im Seniorenzentrum Neuried leben 73 ältere Menschen. 23 von ihnen sowie sieben Mitarbeiter sind mit dem Coronavirus infiziert. Darüber hat das Ortenauer Gesundheitsamt am Dienstagabend informiert.

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Das Seniorenzentrum Neuried gehört zur Evangelischen Heimstiftung in Stuttgart. Dort sei man sehr betroffen, sagt die Pressesprecherin der Heimstiftung, Alexandra Heizereder, zumal man sich den Ausbrauch nicht erklären könne. Nun gehe es in erster Linie darum, die Infizierten zu versorgen und das Virus einzudämmen. Es soll aber auch geklärt werden, wie das Virus hereingekommen ist, um das Risiko einer Infektion in Zukunft noch stärker zu minimieren.

Haben Pflegeheimbewohner das Virus eingeschleppt?

Das Virus muss von außen ins Seniorenzentrum gekommen sein. Die Evangelische Heimstiftung geht nicht davon aus, dass es Besucher waren. Eher glaubt man, dass sich einzelne Bewohner außerhalb angesteckt haben. Das Ausgehverbot wurde schließlich aufgehoben.

"Wir merken einmal mehr, wie unberechenbar und wie tückisch dieses Coronavirus ist, und dass man bei aller Vorsicht und allen Maßnahmen keine hundertprozentige Sicherheit herstellen kann."

Alexandra Heizereder, Pressesprecherin der Evangelischen Heimstiftung

In Alten- und Pflegeheimen in Baden-Württemberg wird derzeit flächendeckend getestet. Damit wollen die Behörden einen Überblick über die allgemeine Infektionslage in den Heimen bekommen. Im Ortenaukreis gab es diese Tests bisher in zehn Einrichtungen, bis Mitte Juni soll die Aktion angeschlossen sein.

Senioren in drei Gruppen voneinander getrennt untergebracht

Die 30 Menschen, die im Pflegeheim in Neuried positiv getestet wurden, hätten bisher nur leichte Symptome, hieß es. Noch musste niemand ins Krankenhaus. Zusammen mit dem Gesundheitsamt hat die Einrichtung die Hygiene-Maßnahmen verstärkt und Kontaktpersonen ermittelt.

Um das weitere Ansteckungsrisiko zu minimieren, wurden die Bewohner in drei Gruppen aufgeteilt: Kranke, ansteckungsverdächtige und gesunde Senioren wurden voneinander getrennt untergebracht. Auch die Mitarbeiter benutzen unterschiedliche Zugänge, das werde sehr gut umgesetzt, sagte Evelyn Bressau, Leiterin des Ortenauer Gesundheitsamtes, dem SWR.

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