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Ist das Corona-Virus in unserer Region schon länger im Umlauf? Dieser Frage gehen Spezialisten an einem Krankenhaus in Colmar nach. Sie untersuchen mehrere, ältere Verdachts-Fälle.

Viele Stunden hat Radiologe Michael Schmitt vor dem Computer verbracht. Tausende von Thoraxaufnahmen, die in den letzten Monaten in seinem Krankenhaus in Colmar gemacht wurden, hat er miteinander verglichen, um mehr über die Corona-Virusinfektion herauszufinden.

Alte Aufnahmen werden analysiert

Überraschend: bereits am 16. November 2019 zeigte eine Lungen-Aufnahme einer jungen Frau die typischen Anzeichen der Coronavirus-Erkrankung. "Diese weißen Flecken sind typisch für eine Virusinfektion. Und eben ganz typisch für Covid-19." Das "Albert Schweitzer"- Krankenhaus in Colmar hat, als eines der ersten in Frankreich, systematisch die radiologischen Aufnahmen der letzten Wochen und Monate analysiert. Insgesamt gab es von November bis Februar 51 Fälle, die ähnliche "Covid-Krankheitsbilder" zeigten.

Weitere Untersuchungen notwendig

Bisher war man davon ausgegangen, dass sich das Virus erst Ende Februar durch eine religiöse Versammlung in Mulhouse ausgebreitet hatte. Doch so wie es jetzt aussieht, könnte es schon viel früher Coviderkrankte gegeben haben. Der Colmarer Radiologe Michael Schmitt wünscht sich nun weitere epidemiologische Untersuchungen.

"Nur so finden wir heraus, wann und wie sich das Virus verbreitet hat."

Radiologe Michael Schmitt, Krankenhaus "Albert Schweitzer", Colmar

Auch in Krankenhäusern in Straßburg und Mulhouse wollen die Experten jetzt ihre Röntgenbilder analysieren, um auf eine mögliche zweite Infektionswelle besser vorbereitet zu sein.

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