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Ein "Freiburger Bobbele" ist ein gebürtiger Freiburger. In der verschärften Definition muss er im Elisabeth-Krankenhaus geboren sein. Die Journalistin Judith Velminski hat sich den Begriff beim Patentamt jetzt schützen lassen. Das löst Zoff aus.

Nachdem "Freiburger Bobbele" durch Patent geschützt ist, kann sich der Streetware-Designer Anton Würmlin den Begriff nicht auf seine T-Shirts drucken lassen, wenn er nicht zahlt. Sauer ist auch der Entertainer "Friburger Bobble" alias Jens Eberle, der ebenfalls T-Shirts mit dem Bobbele vertrieb. Aber als Marke gehört das Bobbele jetzt nun mal Judith Velminski, da gibt es eigentlich nichts mehr zu rütteln.

Das Freiburger Bobbele, ein geschlechtsloses Wesen mit bollenhutähnlichem Gebilde auf dem Kopf ausgedacht hat sich die Figur Judith Velminski. Und sich den Markenbegriff gleich für mehrere Kategorien schützen lassen: "Zum Beispiel für den Textilbereich, für den Papeterie-Bereich, für Holz, für Metall und dann eben für Steinprodukte."

Der Entertainer Jens Eberle nennt sich "Friburger Bobbele", er vertrieb Bobbele T-Shirts mit seinem eigenen Logo, doch dann flatterte ein Brief vom Anwalt ins Haus. Über 1.500 Euro Strafe sollte er zahlen, weil die Marke geschützt ist. Die Strafe wurde ihm zwar erlassen, doch T-Shirts darf er nicht mehr verkaufen: "Was ich machen kann? Ich kann den Leuten das Logo schicken und sie können es sich selber drucken. Da kann keiner was dagegen machen, das ist dann egal was die Leute tun. Aber ich versteh es halt nicht, dass ich kein Shirt mit meinem Logo und meinem Gesicht drauf verkaufen darf, obwohl ich ein gebürtiges, echtes Freiburger Bobbele bin."

Das Bobbele ist auch für Streetware Designer Anton Würmlin ein begehrtes Objekt. Er vertreibt bereits sein eigenes Label "Freiburgs Finest" und plante ebenfalls eine Bobbele-Edition. Dafür sollte er 600 Euro Lizenzgebühr pro Jahr zahlen, doch das sieht er gar nicht ein: "Also ich bin der Meinung, das Wort Bobbele ist ein Kulturgut aus Freiburg. Ich finde das ist unantastbar und eigentlich kann es, soll und darf es gar nicht geschützt werden. Denke, ich spreche da auch für alle Freiburger."

Doch Kulturgut hin oder her - als Marke gehört das Bobbele jetzt in vielen Bereichen Judith Velminski: "Der Begriff Bobbele gehört allen, das ist richtig. Aber wenn es um den Markenschutz geht, dann gehört er eben nicht allen. Wir haben jetzt den Markenschutz auf die Begrifflichkeit und möchten, dass das auch so gehandhabt wird."

Viel Zoff also um das eigentlich anmutig und gemütlich wirkende Freiburger Bobbele. Judith Velminski ist jedenfalls überzeugt, dass ihre Figur letztlich zum Stadtmotiv wird.

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