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Delegierte aus Freiburg besiegeln in Nicaragua die Städtepartnerschaft mit Wiwilí. Die Gruppe schaut sich auch Hilfsprojekte des Wiwilí-Vereins und der Stadt Freiburg an.

Die 14-köpfige Delegation aus Freiburger Gemeinderätinnen und Experten ist knapp vier Tage in der Kleinstadt an der Grenze zu Honduras unterwegs und besucht Schulen, Krankenstationen und Landwirtschaftsprojekte. Die wurden mit Hilfe von Geldern aus Freiburg und der EU aufgebaut. Dafür engagiert sich seit fast 40 Jahren der Verein "Städtepartnerschaft Freiburg-Wiwilí", auch oder gerade nachdem die beiden Freiburger Tonio Pflaum und Bernd Koberstein in den 1980er Jahren dort erschossen wurden.

Vor Ort ist auch SWR-Redakteurin Brigitte Koerner, die von der großen Herzlichkeit der Menschen in Wiwilí berichtet, die in großer Armut leben. Die aktuelle Krise in Nicaragua mache der Bevölkerung im sowieso schon armen Norden massiv zu schaffen.

Missernten bei Mais, Bohnen und vor allem Kaffee haben die ohnehin schon bettelarme Landbevölkerung, die sogenannten Campesinos, um Einkommen und Arbeitsplätze gebracht. Überall ist die Unsicherheit durch die politischen Unruhen vom April 2018 zu spüren. Nächstes Jahr sind Wahlen - viele wollen aus Angst aber nicht hingehen, sagt eine Bäuerin. Sie lebt vom Zuckerrohr-Anbau. Aber die Zukunft der Kinder, nicht nur ihrer zwei eigenen, macht ihr große Sorgen.

"Zum Beispiel haben wir dringend um eine Hängebrücke gebeten für die Kinder, die sonst drei Kilometer zur Schule laufen müssen, aber nach den Wahlen hieß es: Geht nicht. Eine Katastrophe. Und wer leidet? Die Leute hier im Dorf, die Kinder, sie können jetzt nicht zur Schule gehen."

Betty Montenegro

Einweihung der neuen Wentzinger Schule in Wiwilí

Darum ist Bildung auch ein Schwerpunkt für das Team vom Wiwilí-Verein. Das Team hat es geschafft, dass die Delegation mit Oberbürgermeister Martin Horn pünktlich diese Woche eine neue Schule einweihen kann.

Die Schule, die hier gebaut wird, heißt Wentzinger Schule. Ich hoffe, die Nicaraguaner und Nicaraguanerinnen können das aussprechen. Das Geld wurde gesammelt vom Wentzinger Gymnasium in Freiburg. Bildung ist ein Menschenrecht. Und es gibt wohl kaum ein nachhaltigeres Projekt als die Förderung von Bildung.

Marlu Würmell-Klauss

Mit Hilfe aus Freiburg bekommen Familien sauberes Trinkwasser

Auch Wasser zum Trinken ist wichtig, und auch das gibt es in Wiwilí mit Freiburger Hilfe: Im Stadtteil Palosmas wurde eine Wasserleitung verlegt. Früher mussten die Menschen die braune Brühe aus dem Rio Coco in Eimern den Berg hochtragen. Nun - dank einer Investition in Höhe von 29.000 Euro - bekommen 75 Familien, das sind knapp 400 Personen, sauberes Trinkwasser aus der Wasserleitung.

Für den Freiburger Oberbürgermeister Martin Horn ist es der Antrittsbesuch in Wiwilí in Nicaragua. Er wird diese Woche die Urkunde für die Städtepartnerschaft unterzeichnen. Vergangenes Jahr haben die beiden Bürgermeister der zweigeteilten Stadt Wiwilí bereits die Urkunde für die Städtepartnerschaft in Freiburg unterschrieben.

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