Die drei paralympischen Agitos, das Symbol der Paralympics, schwimmen im Hafenviertel Odaiba (Foto: dpa Bildfunk, Picture Alliance/Yamazaki Yuichi)

Schon bei Qualifikationen überrascht

Paralympics Tokio: Drei Hoffnungsträger aus Südbaden am Start

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Südbadens Paralympioniken Nikolai Kornhaß, Moritz Möbius und Juliane Wolf sind in Tokio auf Medaillen-Kurs. Gundelfingen und die Ortenau fiebern mit.

Bei den Paralympics vom 24. August bis zum 5. September geht das Olympische Fieber in Tokio in die zweite Runde. Am Start sind auch die drei südbadischen Hoffnungsträger Nikolai Kornhaß (Para Judo) aus Gundelfingen, Moritz Möbius (Para Sportschießen) aus Zell am Harmersbach und Juliane Wolf (Para Tischtennis) aus Offenburg.

Holt Nikolai Kornhaß nach Bronze in Rio jetzt Gold in Tokio?

Judoka Nikolai Kornhaß vom Turnverein Gundelfingen gewann bereits bei den olympischen Spielen in Rio sowie bei der letzten Weltmeisterschaft die Bronzemedaille in der Gewichtsklasse bis 73 kg. Sogar die Europameisterschaft und die Judo World Games konnte er für sich entscheiden. Erst kürzlich stellte der sehbehinderte Judoka sein Können bei einem Qualifikationswettbewerb in Baku wieder unter Beweis und schnupperte dort mit einem dritten Platz bereits Medaillenluft. Jetzt nimmt Nikolai Kornhaß als aktuell Weltranglistenerster zum zweiten Mal an den Paralympics teil. Seine Platzierung in Rio möchte er dabei überbieten. Es wird spannend, ob er seiner Favoritenrolle gerecht werden kann. Wenn der 28-Jährige nicht gerade für seinen Medaillentraum in Tokio trainiert, studiert er Sonderpädagogik in Heidelberg. Trotz coronabedingter Hygiene- und Sicherheitsmaßnahmen freut sich Nikolai Kornhaß besonders auf die einzigartige Atmosphäre der paralympischen Wettkämpfe.

Bronzemedaillengewinner Nikolai Kornhaß will seinen Para Judo Erfolg in Rio nochmal toppen (Foto: dpa Bildfunk, Kay Nietfeld)
Bronzemedaillengewinner Nikolai Kornhaß will seinen Para Judo Erfolg in Rio nochmal toppen Kay Nietfeld

Moritz Möbius' Doppel-Premiere: Nationalteam und Olympia

Der Para-Sportschütze Moritz Möbius aus Zell am Harmersbach ist die südbadische Überraschung. Im Juni qualifizierte sich der 22-Jährige beim Worldcup in Lima für die Paralympics, obwohl er erst seit einem Jahr Teil der Nationalmannschaft ist. Eine digitale Anlage am Luftgewehrstand des Zeller Sportschützenvereins ermöglichte es ihm auch während der Pandemie uneingeschränkt auf hohem Niveau zu trainieren. Zudem stand auch Mentaltraining auf seinem Programm. Neben seiner aufblühenden Karriere als Sportschütze ist der kleinwüchsige Gengenbacher als Industriekaufmann tätig.

Sportschütze Moritz Möbius will seinen Erfolg im ersten Jahr Nationalteam beim Weltcup in Lima jetzt bei den Paralympics in Tokio fortsetzen (Foto: Pressestelle, privat/Moritz Möbius)
Sportschütze Moritz Möbius will seinen Erfolg im ersten Jahr Nationalteam beim Weltcup in Lima jetzt bei den Paralympics in Tokio fortsetzen Pressestelle privat/Moritz Möbius

Juliane Wolf nach Covid-19 fit für Paralympics in Tokio

Im Para Tischtennis liegt die Medaillenhoffnung auf Juliane Wolf. Die 33-jährige Athletin hat kein einfaches Jahr hinter sich, denn Wolf erkrankte im Nachgang einer Infektion mit Covid-19 an einer Herzmuskelentzündung. Sie musste zum Schutz ihrer Gesundheit pausieren. Zu den Paralympics 2021 in Tokio scheint Juliane Wolf jedoch wieder fit zu sein und kämpft nun das zweite Mal für deutsche Medaillen im Einzel sowie in der Mannschaft. Die Weltranglistenvierte hat seit Geburt eine Cerebralparese, welche bei ihr Haltungs- und Bewegungsstörungen verursacht. Bremsen lässt sie sich dadurch aber nicht. Sie absolvierte nicht nur ein Studium im pädagogischen Bereich, sondern ist darüber hinaus als wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Goethe-Universität Frankfurt tätig. Während der Saison tritt sie gleich für zwei Vereine an: den BSG Offenburg und den DJK Blau-Weiss Münster.

Para Tischtennisspielerin Juliane Wolf nach Covid-19 wieder mit voller Energie (Foto: Pressestelle, privat/Juliane Wolf)
Para Tischtennisspielerin Juliane Wolf nach Covid-19 wieder mit voller Energie Pressestelle privat/Juliane Wolf

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