STAND

Der Prozess gegen Yves R. aus Oppenau wegen Geiselnahme ist am Freitag vor dem Landgericht Offenburg fortgesetzt worden. Als Zeuge hat unter andrem ein Polizist ausgesagt, der von dem 32-Jährigen im Juli entwaffnet und bedroht worden war.

Am ersten Prozesstag hatte der Angeklagte Yves R. bereits umfänglich gestanden, was ihm zur Last gelegt wurde. Am zweiten Prozesstag ging es unter anderem um die Frage, warum die Situation in der Hütte eskaliert ist und warum Yves R. den Polizisten die Waffen abgenommen und sie anschließend bedroht hat. Die Beamten haben dazu am Freitag im Zeugenstand ausgesagt. Sie wollen sich dem damals Wohnsitzlosen gegenüber korrekt verhalten haben. Dieser allerdings behauptet, einer der Polizisten sei herablassend gewesen und habe ihn provoziert. Auch die Verteidigung ist überzeugt, dass Yves R. durch die Behandlung des Polizisten zu einer Kurzschlussreaktion gebracht wurde. Im Raum steht ferner der Vorwurf, er habe den Angeklagten eigenmächtig durchsucht.

Mitte Juli 2020 hatte ganz Deutschland eine Woche lang nach Oppenau im Schwarzwald geblickt. Yves R. war an einem Sonntag bei seiner Hütte im Wald von Polizisten kontrolliert worden. Plötzlich habe er eine echt aussehende Schreckschusswaffe gezogen, einen Polizisten kurzzeitig als Geisel genommen und anschließend alle vier Beamten entwaffnet, so die Anklage. In den Folgetagen hatte die Polizei mit insgesamt 2.500 Beamten in den Wäldern rund um Oppenau nach dem Mann gesucht. Am sechsten Tag wurde er festgenommen.

STAND
AUTOR/IN