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Ein Offenburger Händler hat dem Bundesgesundheitsministerium im April OP-Schutzmasken besorgt, da diese zu Beginn der Corona-Pandemie knapp waren. Nun wartet der Unternehmer auf das Geld dafür.

Auf 1,6 Millionen Euro wartet der Offenburger Import-/Export-Händler Joachim Lutz nach eigenen Angaben. Die schulde ihm das Bundesgesundheitsministerium. Das wiederum behauptet, die FFP2-Masken würden die Norm nicht erfüllen. So geht es noch anderen Unternehmern. Sie möchten nun Klage einreichen.

Statt Geld kommt Post vom Anwalt

Im Offenburger Fall geht es um 300.000 FFP2-Masken und 100.000 Schutzkittel. Beides hat Joachim Lutz geliefert, weil er schon lange Zeit gute Kontakte nach China hat. "Ich hatte einen Vertrag, der klipp und klar regelte, dass innerhalb von sieben Tagen das Geld kommen soll." Daraufhin habe er zig E-Mails geschrieben, den Anwalt eingeschaltet, aber keine Reaktion bekommen.

Statt Geld bekam der Offenburger Händler am 12. Juni Post von einer Rechtsanwaltsgesellschaft. Die von ihm gelieferten Masken aus China würden laut einem Gutachten nicht den vertraglichen Anforderungen entsprechen. Das habe eine Prüfung im Labor ergeben. Das Gesundheitsministerium trete vom Vertrag zurück. Geld gebe es nicht, die Ware müsse wieder abgeholt werden.

"Das ist einfach eine Schweinerei, auf gut Deutsch gesagt."

Joachim Lutz, Offenburger Händler

Hat sich Bundesgesundheitsministerium übernommen?

Unterstützung hat sich der Offenburger Händler beim SPD-Bundestagsabgeordneten Johannes Fechner aus Emmendingen geholt. Fechner hat einen Brief an CDU-Gesundheitsminister Jens Spahn geschrieben: Der SPD-Abgeordnete kritisiert die Zustände im Bundesgesundheitsministerium: Inzwischen wird spekuliert, ob das Gesundheitsministerium zu viele Verträge abgeschlossen und nun zu viele Masken in seinen Lagern hat.

Zweite Welle in der Pandemie? Dann könnten Partner fehlen

Andere warnen vor einer zweiten Infektionswelle und davor, dass das Ministerium dann keine Partner mehr findet, die Masken liefern. Der Offenburger Kaufmann Joachim Lutz jedenfalls wird es nicht mehr tun. Gleichzeitig ist er optimistisch, seine 1,6 Millionen von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn demnächst zu bekommen: "Ich glaube nicht, dass er das durchhält, wenn in Bonn 30 oder 40 Klagen anhängig sind."

Scheuer will Schutzmasken recyceln

Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) will prüfen, ob sich weggeworfene Schutzmasken recyceln lassen.  mehr...

Heidelberg Unternehmen produziert FFP-2- Schutzmasken

Das Heidelberger Unternehmen Karl Oswald GmbH steigt in die Produktion von hochwertigen FFP-2-Schutzmasken ein. Das Unternehmen lässt deshalb aus seiner Produktion in China eine Anlage nach Heidelberg transportieren. Oberbürgermeister Würzner informierte sich am Mittwochnachmittag über die Entwicklung. Unterdessen steigt in der Region die Zahl neuer Corona-Fälle nur noch langsam an . Bis zum Abend wurde in Mannheim eine neue Infektion nachgewiesen. Aus dem Rhein-Neckar-Kreis wurden vier neue Fälle gemeldet, im Neckar-Odenwald-Kreis gibt es sieben Neuinfizierte. Der Kreis Bergstraße meldet fünf neue Infektionsfälle. In Heidelberg sind drei weitere Corona-Virusinfektionen bekannt geworden. OB Würzner freut sich über die geplante Maskenproduktion.  mehr...

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