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In Freiburg ist in der Nacht auf Montag eine Frau erfroren. Das hat die Polizei bestätigt. Die Frau soll in der Stadt im Obdachlosenmilieu gelebt haben - nach Zwangsräumung ihrer Wohnung.

Am Montagmorgen wurde die wohnungslose Frau tot im Freiburger Stadtgarten gefunden. Sie wurde 57 Jahre alt. Nach Angaben des Polizeipräsidiums Freiburg ist sie erfroren. Ein Notarzt habe nur noch ihren Tod feststellen können.

Wohnung vor einem Jahr zwangsgeräumt

Die Frau war im August vergangenen Jahres beim Freiburger Sozialamt aktenkundig geworden, weil sie dort nach der Zwangsräumung ihrer Wohnung Leistungen beantragt hatte. Danach verlor sich die Spur der psychisch kranken Frau.

Obdachlose leben oft zurückgezogen

In der städtischen Notunterkunft OASE war sie nicht bekannt. Auch Willibert Bongartz, der Leiter der Freiburger Pflasterstub, hatte die Frau in der Tagesstätte und Ambulanz für Obdachlose noch nie gesehen. Eine Kundin der Caritas-Einrichtung wundert sich nicht über den einsamen Tod der 57-Jährigen.

"Für uns ist das beschämend, wenn wir obdachlos sind. Wir verstecken uns eigentlich immer."

Eine Kundin der Freiburger Pflasterstub, die Luci genannt werden möchte

Die Stadt Freiburg hat aktuell etwa 540 Menschen in Wohnheimen untergebracht und rund 45 Menschen in der Notübernachtung. Die Pflasterstub erhält - wie jeden Winter - viele Sachspenden. Das Lager sei mittlerweile voll, sagt Willibert Bongartz. Noch hilfreicher seien Geldspenden, mit denen die Pflasterstub den Wohnungslosen gezielt helfen könne.

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