Notunterkunft (Foto: SWR)

Baumarktgelände wird umgestaltet

Neue Notunterkunft in Freiburg für 800 Geflüchtete aus Ukraine

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AUTOR/IN
Marleen Beisheim

In Freiburg wird für die Erstaufnahme von Geflüchteten aus der Ukraine eine Notunterkunft errichtet. Die Unterkunft für bis zu 800 Menschen soll im Oktober in Betrieb gehen.

Auf einem ehemaligen Baumarktgelände im Freiburger Stadtteil St. Georgen entsteht vorübergehend eine Notunterkunft für Geflüchtete aus der Ukraine. Das teilte das Regierungspräsidium Freiburg mit. Denn die Zahl der aus der Ukraine flüchtenden Menschen sei weiterhin hoch.

Ehemaliger Baumarkt wird für Geflüchtete umgenutzt

Noch sieht es im ehemaligen Baumarkt in der Basler Landstraße in Freiburg nicht nach Wohnen aus. In der leeren Halle mit weißen Säulen ist die Luft stickig, in der Mitte der Halle steht die Rolltreppe still. Ab Oktober sollen hier bis zu 800 Geflüchtete aus der Ukraine unterkommen können. Das Gebäude muss entsprechend umgebaut werden, erklärt Peter Kramer, Leiter der Flüchtlingsaufnahme vom Freiburger Regierungspräsidium.  

ein Container in einer Halle mit geöffneter Tür (Foto: SWR)
Die Sanitäranlagen wurden in Container in die Hallen des ehemaligen Baumarktes gebaut

"Wir müssen hier nach einem bestimmten, festgelegten Schlüssel Sanitäreinrichtungen einbauen: also Duschen, Toiletten, Waschbecken, was wir jetzt mit der Erstellung von Containern organisieren. Wir müssen die elektrischen Anlage überholen und die Brandmeldeanlage auf Vordermann bringen."

Notunterkunft (Foto: SWR)
Die noch leere Halle

Noch fehlt die Einrichtung für die Flüchtenden

Auf insgesamt 10.400 Quadratmetern werden Stockbetten aufgebaut, abgetrennt mit Vorhängen für die Privatsphäre. Auf der zweiten Etage des Gebäudes war ursprünglich ein Bereich für Kinder vorgesehen. Doch da die Zahl der Geflüchteten stetig zunehme, werde der Platz anders gebraucht, sagt Kramer.

"Eines ist uns wichtig: Es ist eine Notunterkunft, wo die Menschen hoffentlich nur wenige Tage sein werden." 

Landeserstaufnahme am Limit

Mit steigenden Zahlen von Geflüchteten steigt auch der Druck auf die Erstaufnahmeeinrichtungen, sagt Regierungspräsidentin Bärbel Schäfer: "Unsere Erstaufnahmeeinrichtungen sind voll und zwar alle. Nicht nur bei uns in Freiburg, sondern in ganz Baden Württemberg. Wir haben im Moment 130.000 Geflüchtete hier, davon allein 115.000 aus der Ukraine." 

Deswegen investiert das Regierungspräsidium etwa eine Millionen Euro in die neue Notunterkunft. Schäfer hofft nicht, dass die Kapazität der Notunterkunft komplett ausgeschöpft werden müsse. Sie soll aber eine Ausweichmöglichkeit sein, andererseits müssten die Menschen vorübergehend in Turnhallen untergebracht werden. Das will das Regierungspräsidium vermeiden.

  

Doppelstockbetten in einem Raum (Foto: SWR)
800 solcher Schlafplätze werden später hier stehen. Momentan dienen sie nur als Ablage

Der Erste Bürgermeister Freiburgs, Ulrich von Kirchbach, begrüßt die Zwischennutzung des ehemaligen Baumarktes in seiner Stadt bis voraussichtlich kommenden Frühling. Er hatte schon Sorge, dass die Messehallen zu Unterkünften umgenutzt werden könnten.  

"Es ist vorgesehen, dass hier Menschen untergebracht werden, die aus der Ukraine kommen. Nur für ein paar Tage, bevor sie dann an die Städte und die Landkreise verteilt werden." 

Abgesehen von den 800 Plätzen in der neuen Notunterkunft auf dem ehemaligen Baumarktareal stehen der Landeserstaufnahme im Regierungsbezirk Freiburg weitere 1.200 Notunterkunftsplätze zur Verfügung.

Die Unterbringung der Geflüchteten ist oft nicht einfach

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