Digitalpakt: Lehrer und Schüler sollen digitale Medien künftig stärker nutzen, das Bild zeigt eine Lehrerin mit einem tablet in der Hand, die an einer Tafel Matheformeln schreibt (Foto: dpa Bildfunk, Picture Alliance)

Bewerbermangel von Grund- bis Berufsschule

Schulstart: 200 Lehrerstellen in Südbaden unbesetzt

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Paula Zeiler

Zum Start des neuen Schuljahres bereitet der Bewerbermangel den Schulen in Südbaden Sorgen. Engpässe beim Lehrpersonal gibt es in allen Schularten - insbesondere auf dem Land.

Am Montag beginnt das neue Schuljahr und den Schulen bereiten die geringeren Bewerberzahlen beim Lehrpersonal Kopfzerbrechen. Betroffen sind alle Schularten, und insbesondere Schulen auf dem Land. Das teilte das Regierungspräsidium Freiburg auf SWR-Nachfrage mit.

Im Regierungsbezirk Freiburg sind 200 Stellen unbesetzt

Rund 1.500 Stellen sind im Freiburger Regierungsbezirk in diesem Jahr neu besetzt worden. Darin enthalten sind aber unterm Strich nur wenige zusätzliche Lehrkräfte. Die neuen Stellen enthalten zum einen Lehrkräfte mit Zeitvertrag, die im neuen Schuljahr wieder unterrichten dürfen. Zum anderen wurden pensionierte Lehrkräfte ersetzt. Rund 200 Stellen blieben bislang unbesetzt.

Freiburg bei Lehrkräften beliebter als Waldshut

In ganz Baden-Württemberg sind laut Ministerin Theresia Schopper (Grüne) von den mehr als 6.060 Stellen, die zum neuen Schuljahr zu besetzen sind, 890 noch immer frei. Durch Pensionierungen wie durch Elternzeiten nehme der Bedarf weiter zu. Problematisch sei es weiterhin, offene Stellen vor allem auf dem Land oder abseits von Ballungsräumen wie Heidelberg, Karlsruhe oder Freiburg zu besetzen, sagte Schopper. Junge Lehrkräfte entscheiden sich gegen feste Stellen in Kreisen Rottweil oder Tuttlingen. "In Heidelberg oder in Freiburg kommen etwa 150 Bewerbungen auf eine einstellige Zahl von Stellen", so die Ministerin.

"In Waldshut haben wir auf etwa 50 Stellen knapp 20 Bewerbungen erhalten."

Integration von ukrainischen Kindern braucht Personal

Laut dem Regierungspräsidium Freiburg ist eine weitere Herausforderung die Integration von Kindern, die aus der Ukraine nach Südbaden geflohen sind. Schon vor den Ferien seien im Regierungsbezirk rund 4.000 Mädchen und Jungen aus der Ukraine in sogenannten Vorbereitungsklassen untergebracht worden. Die Behörde rechnet damit, dass die Zahl der Flüchtlingskinder aus der Ukraine weiter steigt.

Kinder aus verschiedenen Krisengebieten, wie der Ukraine, sitzen in Bad Säckingen zusammen in einer Vorbereitungsklasse (Foto: SWR, Petra Jehle)
Wie hier in Bad Säckingen (Landkreis Waldshut) lernen Kinder aus verschiedenen Krisengebieten in sogenannten Vorbereitungsklassen. Petra Jehle

Der Vorsitzende des Philologenverbands Baden-Württemberg, Ralf Scholl, sagte zur Situation im gesamten Bundesland am Donnerstag: "Allein für die Beschulung der 18.000 bis 30.000 ukrainischen Kinder und Jugendlichen sind 1.200 bis 2.000 zusätzliche Stellen nötig".

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