Verschiedene Waren in Plastikschälchen auf einem Förderband.

Maschinen statt Personal

Einkaufen im voll automatisierten 24/7-Supermarkt in Offenburg

Stand
AUTOR/IN
Anne Graser

Alles automatisch und immer offen - damit wirbt ein neuer Supermarkt in Offenburg. Wir haben ihn ausprobiert.

In Offenburg hat jüngst ein 24/7-Supermarkt aufgemacht - in der Innenstadt, in der es sonst keinen klassischen Supermarkt gibt. Hunderte Produkte soll es in dem Laden zur Auswahl geben, die voll automatisiert und rund um die Uhr an die Kundinnen und Kunden ausgegeben werden. Damit jedenfalls wirbt der Betreiber. Kann das funktionieren?

SWR-Reporterin Anne Graser hat den Supermarkt besucht und berichtet im Radio von ihren Eindrücken:

Zwei Bestell-Optionen - Einkaufen und Abholen an zwei Terminals

Wir schauen es uns an. Zwei sogenannte Terminals stehen mitten in dem Laden, umgeben von Tischen und einer italienischen Feinkosttheke. Ganz einsam ist man hier beim Einkaufen also nicht. Beim Bestellen gibt es zwei Optionen: "Jetzt einkaufen" oder "Einkauf abholen" - denn es gibt auch die Möglichkeit, über eine App oder die Internetseite vorher zu bestellen und die Waren innerhalb von 24 Stunden im Laden abzuholen.

Snacks und Getränke, Kosmetika und Haushaltswaren, Frühstück oder Mittagspause: Die Produkte sind in verschiedene Gruppen unterteilt. 500 Artikel sind laut Unternehmen im Angebot. Die Auswahl ist nicht zu vergleichen mit der in einem klassischen Supermarkt. Beim Joghurt gibt es zum Beispiel nur die Sorte Natur.

Blick in Raum mit Regalen voller Waren.
Blick hinter die Kulissen: Aus hunderten Waren suchen die Maschinen die bestellten Produkte heraus.

Alkohol-Einkauf? Personalausweis-Scanner für den Altersnachweis

Was gekauft werde, sei ganz unterschiedlich, heißt es von Edeka: Snacks und Getränke für unterwegs, aber auch Grundnahrungsmittel. Viel los ist demnach am Wochenende und in der Nacht. Beratung gibt es hier natürlich nicht. Und wie wird kontrolliert, wer Alkohol kauft? Bei den Produkten steht das Mindestalter, das man dafür haben muss. Geht es zum Bezahlen, muss der Kunde per Personalausweis sein Alter nachweisen, indem er die Karte auf einen Scanner legt. Dafür fehlt allerdings die genaue Anweisung.

Zwei Fenster in einer Wand, markiert mit den Aufschriften "Ausgabe 1" und "Ausgabe 2".
An zwei Ausgaben können Kunden im Offenburger Supermarkt ihre Ware entgegennehmen.

Nach dem Bezahlen heißt es: ein paar Minuten warten. Durch ein Glasfenster lässt sich beobachten, wie der Einkauf im Raum dahinter zusammengestellt wird. Zwischen zwei hohen Regalen fahren zwei Maschinen, die mit Armen die verschiedenen Waren herausgreifen. Dann rattert es an der Ausgabe: Nacheinander kommen in Plastikschälchen die bestellten Produkte heraus.

Keine Ansprechpartner für Kunden bei technischen Problemen

Unser Fazit: Der Einkauf hat funktioniert und ging schnell. Wenn andere Supermärkte geschlossen sind oder man von zu Hause oder dem Büro bestellen will, um die Ware später abzuholen, dann ist der Laden eine Option. Ganz neu ist die Idee übrigens nicht. Einen ähnlichen Laden gibt es zum Beispiel schon länger am Bahnhof in Renningen im Landkreis Böblingen.

Allerdings ist die Auswahl deutlich geringer als in einem klassischen Supermarkt. Und: Wenn es technisch mal hakt oder die Kunden nicht verstehen, wie etwas funktioniert, dann ist niemand da, der Fragen beantworten kann.

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