Neu im Kino: Doris Dörries Komödie über das Freiburger Lorettobad (Foto: SWR)

Damenbad-Aufruhr inspirierte Regisseurin

Neu im Kino: Doris Dörries Komödie übers Freiburger Lorettobad

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AUTOR/IN
Jessica Hans

Zoff im Damenbad zwischen alteingesessenen Freiburgerinnen und muslimischen Elsässerinnen - Vorlage für Doris Dörries neuen Film.

Mit viel Witz karikiert Doris Dörrie in ihrem Film "Freibad" kulturelle Unterschiede von Damenbad-Besucherinnen, die in einer Schlägerei münden und das Einschreiten der Polizei erfordern: Ähnlich wie vor einigen Jahren im Freiburger Lorettobad wird sich über Burkinis, Lärm und Körperformen gestritten. Dabei ist das Freiburger Damenbad weit über die Stadt hinaus bekannt als eine Oase, in der Frauen unter sich sein und sich sonnen können, ohne die neugierigen Blicke männlicher Badegäste. Doch das funktioniert nicht immer. Das Trauma sitzt tief - bis heute.

"Ich wollte zur Toilette gehen und habe gemerkt, dass da ein Mords-Aufruhr war. Muslimas hatten untereinander Krach. Sie haben sich an den Haaren gezogen und an der Dusche gab's Zirkus."

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Männliche Bademeister im Damenbad unerwünscht 

Es sei gar nicht schön gewesen, dass Frauen in einem Damenbad aufeinander losgehen und man hätte überhaupt nicht damit gerechnet, sind sich Besucherinnen des Freiburger Lorettobades einig. Und dann gibt es da noch das Problem mit den Bademeistern. In dem Freiburger Damenbad überwachen schon immer sowohl weibliche als auch männliche Schwimmmeister das Geschehen. Das sorgt in Freiburg als auch im Film bei manchen Besucherinnen für Unbehagen. Doch auch für die männliche Badeaufsicht ist das keine einfache Situation.

Neu im Kino: Doris Dörries Komödie über das Freiburger Lorettobad (Foto: SWR)
Ein Damenbad ist kein Paradies für männliche Bademeister - eigentlich sind sie dort unerwünscht

"Manche Männer denken, es sei ein Paradies für sie, sich dort aufzuhalten. Aber das Gegenteil ist der Fall. Man erntet unangenehme Blicke und fühlt sich ehrlich gesagt nur unwohl.“

Coronapandemie verhinderte "Freibad"-Dreh in Freiburg

Am liebsten hätte Doris Dörrie ihren Film "Freibad" auch im Freiburger Lorettobad gedreht. Doch im Jahr 2020 war das Schwimmbad pandemiebedingt geschlossen und voller Algen. 2021 hätten die Freiburgerinnen durch den Dreh ein weiteres Jahr auf das Bad verzichten müssen. Als Kulisse diente nun das Ainhofener Freibad nördlich von München.

Dörries Film zeigt: So kann man hitzige Gemüter abkühlen

Wenn man in Freiburg eines von Dörries Damenbad-Karikatur lernen kann: Mit sommerlicher Leichtigkeit und einer Prise Humor lassen sich Konflikte um einiges besser ertragen - und lösen.

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