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Unbekannte haben einen Tonnen schweren Fels von der Albtalstraße geräumt. Die ist seit fünf Jahren wegen Felssturzgefahr gesperrt. Ob es sich um eine Protestaktion handelt ist unklar.

Es ist bereits das dritte Mal, dass ein SWR-Kamerateam diese Reise macht: Die L154 runter, von St. Blasien in Richtung Rheintal. Unten der Fluss, oberhalb die Albtalstraße. Sie ist zu einem Symbol geworden, für Widerstand und dafür, dass man sich nicht alles bieten lassen muss.

"Wir wollen endlich unsere Straße zurück!"

Ab Tiefenstein, nur wenige Kilometer vor Albbruck (beide Kreis Waldshut) ist sie gesperrt, seit fünf Jahren schon. "Wir wollen endlich unsere Straße zurück", sagt Bernhard Huber, er ist hier aufgewachsen. Und der Groll in seiner Stimme ist nicht zu überhören. Und auch Stefan Kaiser, Bürgermeister in Albbruck, musste nicht lange gebeten werden das SWR-Kamerateam an den Ort zu begleiten, an dem bis vor kurzem noch ein gut zehn Tonnen schwerer Felsklotz stand.

Politiker versprachen viel – passiert ist nichts

Im Sommer vor zwei Jahren ist das Kamerateam noch an dem Felsen vorbei gelaufen, mehr oder weniger achtlos. Der Verkehrsminister stand davor, viele andere wichtige Politiker: Sie versprachen viel, passiert ist seitdem nichts. Jetzt wurde dieser Felsklotz weggeräumt in einer Nacht- und Nebel-Aktion. Warum, weiß niemand – oder sagt es nicht.

Die L154 ist für die Menschen hier wie eine Lebensader

Kaum Gefälle, immer befahrbar, selbst im Winter, ein Highlight auch für Touristen. Ursprünglich sollte sie ganz geschlossen werden, nach dem lautstarken und vehementen Protest der Einheimischen versprach der Verkehrsminister die aufwendige Sanierung der Straße. Das ist zweieinhalb Jahre her.

Die Geduld war wohl zu Ende

Dort, wo der Felsklotz einmal war, da ist nichts mehr. Inzwischen hat die spektakuläre Aktion hat überregional Schlagzeilen gemacht und die Freude darüber ist den beiden Männern ins Gesicht geschrieben. Der Brocken liegt jetzt in der Böschung gegenüber. Irgendjemand muss ihn über die Straße gehievt haben, vermutlich mit schwerem Gerät. 

Es ist ein deutliches Signal

Die Albtäler werden den Kampf um ihre L154 nicht aufgeben. Rein rechtlich handle es sich um eine Ordnungswidrigkeit, heißt es aus dem Landratsamt. Von einem Verfahren werde man aber absehen, weil man den Verursacher sowieso nicht ermitteln könne. Große Maschinen könnte man ihn hier überall finden, zum Beispiel auch im Steinbruch gegenüber.

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