Nikolaus-Aktion im Museum für Neue Kunst in Freiburg: zwei ausrangierte Rahmen ergattert. (Foto: SWR, Sebastian Bargon)

Besondere Nikolaus-Aktion

Museum für Moderne Kunst Freiburg verschenkt Bilderrahmen

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Im Museum für Neue Kunst in Freiburg gab es am Dienstagmorgen eine verspätete Nikolaus-Überraschung: Dort wurden 16 Bilderrahmen verschenkt. Und die waren ziemlich schnell weg.

Die sechzehn Bilderrahmen - bislang mit Grafiken von Max Beckmann, Käthe Kollwitz, Edouard Manet und Arnulf Rainer bestückt - waren der Renner: Keine halbe Stunde nach Öffnung des Museums für Neue Kunst waren alle bereits vergriffen und von Kunstliebenden abgeholt. Markus Mayer aus Schallstadt kam als erster und sicherte sich einen klassischen Bilderrahmen mit versilberter Oberfläche.

"Ich finde die Aktion super, dass Dinge, die man nicht mehr braucht, an andere ausgegeben werden, die damit etwas anfangen können. Das stand heute in der Zeitung, und dann habe ich als Kunstliebhaber gedacht, ich gehe da mal hin und nehme mir einen schönen Bilderrahmen mit“.

Stolzer Besitzer eines BIlderrahmens: Markus Mayer aus Schallstadt war der erste bei der Nikolaus-Aktion im Museum für Neue Kunst Freiburg. (Foto: SWR, Sebastian Bargon)
Stolzer Besitzer eines BIlderrahmens: Markus Mayer aus Schallstadt war der erste bei der Nikolaus-Aktion im Museum für Neue Kunst Freiburg. Sebastian Bargon

Kleine Aufgabe als Gegenleistung

Das Museumsgeschenk ist mit einer kleinen Aufgabe verbunden: Wer seinen Wunschrahmen gefunden hat, ist aufgerufen, ein Foto davon auf Instagram oder Facebook zu teilen und das Museum für Neue Kunst zu verlinken. Kein Problem für Markus Mayer: Er will ein Selfie von sich machen, wie er den Kopf durch den Bilderrahmen steckt, und das Foto dann ins Netz stellen.

Weg wie heiße Semmeln

Eigentlich sollte die Verschenk-Aktion bis zum 12. Dezember laufen. Aber es ging Schlag auf Schlag. Alte und junge Kunstfans aus dem Großraum Freiburg strömten ins Museum. Eine Frau, die in der Nähe falsch geparkt hat, riskierte sogar ein Knöllchen, um dabei zu sein. Ein Mann, der selbst malt, hoffte auf etwas Passendes zu seinem Werk: "Das ist ja immer das Problem. Ich liebe halt alte, verblichene Rahmen. Deswegen macht mich das hier an." Um Viertel nach zehn schnappte sich Angela Burkhard den vorletzten Bilderrahmen: "Das ist wunderbar. Ich hoffe mein Mann malt ein Bild, das da reinpaßt."

"Verrückt! Diesen Andrang hätte ich nicht erwartet! Das freut mich sehr."

Benutzen statt entsorgen

Verena Faber, die Kuratorin des Museums, traute ihren Augen nicht, so schnell waren die Bilderrahmen weg. Das Museum für Neue Kunst verfolgt mit dieser Aktion auch die eigenen Ziele in Sachen Nachhaltigkeit. Direktorin Christine Litz und ihr Team setzen sich dafür ein, dass nicht mehr benötigte Dinge außerhalb des Museums weiterverwendet werden, statt sie zu lagern oder zu entsorgen.

Die Rahmen stammen übrigens aus einer Schenkung von Gabriele Rauschning. Für eine 2022 geplante Ausstellung werden die Grafiken nun einheitlich gerahmt.

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