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16 Kandidatinnen standen beim Finale im Europa-Park in Rust zur Wahl der "Miss Germany". Jede von ihnen mit einer außergewöhnlichen Biografie. Am Ende gewann Anja Kallenbach - eine zweifache Mutter aus Thüringen.

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Die 33-jährige Anja Kallenbach aus Tiefenort in Bad Salzungen im Wartburgkreis setzte sich gegen die 15 Konkurrentinnen aus den anderen Bundesländern durch. Von der scheidenden "Miss Germany" Leonie von Hase bekam sie feierlich die Schärpe umgelegt. Wegen Corona fand die Wahl in der Europapark-Arena ohne Zuschauer statt. Die Show wurde live auf der Online-Plattform Youtube übertragen.

In dem Wettbewerb sollte es schon zum zweiten Mal nicht mehr vorrangig ums Aussehen gehen, sondern um die Persönlichkeit und Ausstrahlung der Frauen. Anja Kallenbach ist zweifache Mutter und hatte nach eigenen Angaben eine schwierige Schulzeit, absolvierte schließlich aber doch ein Studium. Sie war Geschäftsführerin in einem Einzelhandelsunternehmen und fährt Mountainbike. Kurz vor dem Sieg sagte sie: Erfolg sei für sie "nicht zu denken, sondern einfach zu machen - mit viel Humor und Leidenschaft".

Miss-Wahl in Rust: Anja Kallenbach aus Thüringen ist die neue Miss Germany 2021 (Foto: Imago, Imago)
Miss-Wahl in Rust: Anja Kallenbach aus Thüringen ist die neue Miss Germany 2021 Imago Imago

Kandidatinnen sollten andere für sich begeistern

Ins Finale geschafft hatten es eine Aktivistin, die gegen die Diskriminierung dicker Menschen kämpft, eine Überlebende sexueller Gewalt, eine Zeugen-Jehovas-Aussteigerin und eine Frau mit künstlichem Darmausgang. Knigge-Trainings oder Schaulaufen im Bikini vor einer männlich dominierten Jury gab es nicht mehr.

Im Finale sollten die 16 Kandidatinnen vor allem beweisen, dass sie andere Menschen mit ihrer jeweiligen Botschaft begeistern können, wie Veranstalter Max Klemmer sagte. Dazu gab es verschiedene Vorstellungsrunden, bei denen die Titelanwärterinnen teils unter Zeitdruck auf den Punkt bringen müssen, was sie in ihrer Amtszeit vorhaben.

Schwetzingerin trat für Baden-Württemberg an

Für Baden-Württemberg war die amtierende Miss Baden-Württemberg Weihua Wang aus Schwetzingen (Rhein-Neckar-Kreis) ins Rennen gegangen. Ihrer Webseite zufolge hat Wang einen Master in Management, sie arbeitet als Unternehmensberaterin und engagiert sich in der Kommunalpolitik. Fünf Jahre lang saß sie für die Grünen im Schwetzinger Stadtrat, sie war nach eigenen Angaben zudem Jugenddelegierte für den Europarat in Straßburg. In ihrem eigenen Podcast "Society 5.0" widmet sie sich Themen aus Gesellschaft und Politik.

Weihua Wang (Foto: picture-alliance / Reportdienste, picture alliance/dpa | Philipp von Ditfurth)
Weihua Wang aus Schwetzingen geht für Baden-Württemberg an den Start. Sie saß für die Grünen im Stadtrat und widmet sich in einem Podcast Themen aus Gesellschaft und Politik. picture alliance/dpa | Philipp von Ditfurth

Zuschauer stimmten per App ab

In der Jury vor Ort saßen etwa die Chefredakteurin der Zeitschrift "Cosmopolitan", Lara Gonschorowski, die Boxerin Zeina Nassar und die ehemalige "Miss Germany" und Bundestagsabgeordnete Dagmar Wöhrl. Auch die Zuschauer zu Hause konnten per App abstimmen. "Miss Germany" gibt es seit 1927. Zuletzt hatten die Organisatoren das Konzept überarbeitet: Über Sieg und Niederlage soll nicht mehr vorrangig das Aussehen entscheiden, sondern die Persönlichkeit der Frauen.

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