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Trotz des offiziell abgesagten Narrensprungs sind in Rottweil einige Narren durchs Schwarze Tor gezogen. Hunderte Menschen sahen zu. Auch in anderen Hochburgen waren vereinzelte Narren unterwegs.

Nicht alle Narren haben sich an den Appell von Stadt und Narrenzunft gehalten, "Fasnet dahoim" zu feiern. Gut zwei Dutzend Kleidlesträger ließen es sich nicht nehmen, wie gewohnt um Punkt acht Uhr durchs Schwarze Tor in die Rottweiler Altstadt zu ziehen. Etwa 450 Zuschauer sahen ihnen zu. Polizei und Ordnungsamt beobachteten das Treiben. Weil allerdings die Corona-Vorschriften weitgehend eingehalten wurden, hielten sich die Beamten zurück.

Parallel konnten die Närrinnen und Narren seit dem Morgen eine Live-Show zur Fasnet im Netz verfolgen. Der Rottweiler Narrensprung zählt zu den traditionsreichsten Umzügen der schwäbisch-alemannischen Fastnacht. Gewöhnlich ziehen die Kleidlesträger am Rosenmontag begleitet von Tausenden Zuschauern durch die Altstadt.

OB von Villingen-Schwenningen appelliert an die Narren

Auch in der Villinger Altstadt waren am Montag einige Narren unterwegs. Laut der Stadtverwaltung von Villingen-Schwenningen musste der Kommunale Ordnungsdienst zahlreiche Verstöße gegen die Corona-Verordnung feststellen. Oberbürgermeister Jürgen Roth (CDU) appellierte an die Narren, zuhause zu bleiben. In einem Facebook-Aufruf sprach er von einem "unverantwortlichen Verhalten", das ihn erschrecke, "weil es so konzentriert erfolgt".

Keine "Bach-na-Fahrt" in Schramberg

In der Narrenhochburg Schramberg (Kreis Rottweil) blieb es am Fastnachtsmontag ruhig. Wo sonst Tausende Närrinnen und Narren entlang der Schiltach den Kapitänen auf ihren fantasievoll gestalteten Holzzubern zujubeln, plätscherte nur still das Wasser. Vertreter der Narrenzunft und der Gilde der "Da-Bach-na-Fahrer" trauerten am Ufer, warfen Blumen in die Schiltach und schworen dem Spektakel ewige Treue.

Polizeieinsatz wegen Narren in Elzach

In Elzach (Kreis Emmendingen) hatten am Sonntag rund 20 Hästräger und mehr als 200 Schaulustige für einen größeren Polizeieinsatz gesorgt. Die Beamten hatten hier offenbar große Mühe, die Gruppen aufzulösen. Schon im Vorhinein hatte die Polizei laut eigenen Angaben mehrere Fackeln beschlagnahmt, um einen nicht genehmigten Umzug zu verhindern. Die betroffene Elzacher Narrenzunft habe sich bereits von den beteiligten Personen distanziert. Die Polizei prüft jetzt rechtliche Konsequenzen.

Auch in Zell im Wiesental (Kreis Lörrach) waren am Sonntagnachmittag rund 100 Hästräger in der Innenstadt unterwegs. Allerdings mit Abstand und Maske. Fünf Personen wurden wegen Verstoßes gegen die Coronaverordnung angezeigt. Im Raum Offenburg waren nur vereinzelt Fasnächtler unterwegs. Bussgelder wurden nur wenige verhängt.

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