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Der CDU/CSU-Machtkampf ist zu Ende. Markus Söder hat am Dienstagmittag in einer Pressekonferenz erklärt, dass er auf die Union-Kanzlerkandidatur verzichtet. So denken die Menschen in Südbaden über Söders Verzicht.

Der bayrische Ministerpräsident und CSU-Chef Markus Söder akzeptiert die Entscheidung des CDU-Vorstands für seinen Bundesvorsitzenden und Ministerpräsidenten Nordrhein-Westfalens Armin Laschet als Kanzlerkandidat der Union. Während die einen finden, dass dieser Schritt überfällig war, bewerten andere den Zeitpunkt für angemessen. Markus Söder und Armin Laschet hatten sich seit Tagen einen Schlagabtausch um die Kanzlerkandidatur geleistet. Ein Hin und Her, über das man in Freiburg auf der Straße eine klare Meinung hat: Es war ein peinliches Tauziehen.

Peter Weiß, direkt gewählter Bundestagsabgeordneter für den Wahlkreis Emmendingen-Lahr, hat im SWR berichtet wie die Stimmungslage bei der CDU aktuell ist: "Etliche werden jetzt erstmal ein paar Tage brauchen bis sie die Entscheidung verdaut haben. Das ist menschlich auch verständlich. Uns trägt ja der Wille, den Erfolg bei der Bundestagswahl im September 2021 zu haben. Deswegen bin ich fest überzeugt, dass das auch funktioniert und gut in Gang gesetzt wird, dass wir uns gemeinsam hinter dem Kanzlerkandidaten versammeln."

Auch ein Machtkampf zwischen Basis und Vorstand

Geschlossenheit und Zusammenhalt will die CDU jetzt ausstrahlen. Der Machtkampf zwischen Basis und Vorstand ist dennoch nicht unbemerkt geblieben. Dorothea Störr-Ritter (CDU), die Landrätin des Kreises Breisgau-Hochschwarzwald, begrüßt die Entscheidung und sieht eine Perspektive für die Bundestagswahl im September: "Die Würfel sind gefallen und da höre ich auch den Nachsatz: Jetzt geht es los! Das heißt, ab jetzt werden CDU und CSU gemeinsam einen hoffentlich erfolgreichen Wahlkampf bestreiten und das ist doch eine gute Botschaft."

Junge Union Ortenau: "Respekt vor den Grünen"

Während die Grünen eine junge, dynamische und schlagkräftige Frau mit Annalena Baerbock ins Rennen um die Kanzlerschaft schickt, sieht es bei der CDU da eher Mau aus. Anja Heckendorf von der Jungen Union im Kreisverband Ortenau: "Bei den Grünen war es ja die besondere Situation, dass es eine Frau und ein Mann ist. Deswegen an dieser Stelle auch Respekt wie sie das gelöst haben und auch Respekt an Robert Habeck, der das ja wirklich vorbildlich gemacht hat - Annalena Baerbock jetzt auch wirklich unterstützt und man ihm das auch wirklich abkauft. Ich weiß nicht wie es gewesen wäre, wenn es zwei Frauen gewesen wären. Ich glaub aber, dass es nicht in diesen Alpha-Männchen-Machtkampf ausgeartete wäre, wie wir es aktuell bei der Union ja leider sehen. Aber das liegt auch nicht nur an den beiden Charakteren bei der Union sondern auch an den Personen, die dahinter stehen, die das ja befeuert haben."

"Debattieren und demontieren - davon hat keiner was"

Anja Heckendorf von der Jungen Union im Kreisverband Ortenau ist "sehr froh, dass er jetzt verzichtet hat. Ich verstehe nicht, warum das so lang gedauert hat. Ich hätte mir das eigentlich schon am Montag Abend erhofft, weil ja die Entscheidung da im Vorstand schon sehr klar war für Laschet. Bin jetzt aber froh und hoffe, dass wir uns jetzt den inhaltlichen Themen zuwenden können - dann auch wirklich geschlossen alle hinter Armin Laschet stehen und jetzt nicht wieder debattiert oder demontiert wird. Weil davon hat keiner was."

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