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In Mühlenbach im Ortenaukreis wurden vier tote Schafe,darunter auch zwei Lämmer, gemeldet. Ein weiteres Tier ist verschwunden. Laut Behörden könnte ein Wolf die Nutztiere gerissen haben.

Die Tierkadaver sind an ein Labor geschickt worden. Die genetische Auswertung der Bisswunden soll nun Klarheit bringen, ob ein Wolf oder vielleicht doch "nur" ein Hund die Schafe gerissen hat. Die DNA-Ergebnisse liegen frühestens in zwei Wochen vor, so das Umweltministerium auf SWR-Anfrage.

Mühlenbach im Revier eines Wolfsrüden

Fest steht: In der Region lebt schon seit längerem ein Wolfsrüde und Mühlenbach liegt im "Fördergebiet Wolfsprävention Schwarzwald". Ein solches Gebiet zeichnet sich unter anderem dadurch aus, dass Nutztierhalterinnen und -halter für einen sogenannten wolfssicheren Herdenschutz sorgen sollten.

Land übernimmt Kosten für Wolfsschutz

Das Material für Elektro-Umzäunungen von Weiden bekommen sie zu 100 Prozent von der Landesregierung bezahlt. Ebenso werden die Arbeitskosten für die Errichtung von Zäunen erstattet. Auch den Unterhalt von Herdenschutzhunden können zum Teil geltend gemacht werden. Noch bis Ende Juli werden im Fördergebiet von einem Wolf verursachte Schäden oder Risse an Nutztieren entschädigt, auch wenn noch kein wolfsabweisender Schutz vorhanden ist.

Im aktuellen Fall waren die Schafe nicht vor einem Wolfsangriff geschützt, so ein Sprecher des Umweltministeriums. Laut Spurenlage haben offenbar auch noch andere Tiere, eventuell Füchse, an den gerissenen Schafen gefressen. Die Forstliche Versuchsanstalt in Freiburg untersucht die Vorgänge im Rahmen ihres "Wolfsmonitorings".

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