Drei Menschen starben

Nach Unfall bei Villingen-Schwenningen: Raser muss mehrere Jahre in Haft

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Weil er laut Gericht einzeln ein illegales Autorennen gefahren ist, muss ein Mann in Haft. Er war im Sommer vergangenen Jahres bei Villingen-Schwenningen (Schwarzwald-Baar-Kreis) in ein vollbesetztes Auto gerast.

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Nach einem Unfall zwischen Villingen und Schwenningen mit drei Toten ist ein 25-jähriger Mann zu drei Jahren und sechs Monaten Haft verurteilt worden. Das Amtsgericht Villingen-Schwenningen sah es als erwiesen an, dass der Angeklagte im Juli vergangenen Jahres mit seinem Auto mit fast 150 Kilometern pro Stunde in einen entgegen kommenden Wagen gerast war. Erlaubt war Tempo 70.

Urteil nach "Raser-Paragraf"

Das Gericht folgte mit seinem Urteil zu großen Teilen dem Plädoyer der Staatsanwaltschaft, die drei Jahre und zehn Monate Haft gefordert hatte. Die Strafe verhängten die Richter mit Verweis auf den "Raser-Paragrafen", der illegale Rennen auch bei Einzelfahrern unter Strafe stellt. Die Nebenklage sprach sich für eine Verweisung an das Landgericht Konstanz aus, plädierte aber mindestens für vier Jahre Haft.

Die Verteidigung sah hingegen den "Raser-Paragrafen" nicht erfüllt. Sie forderte eine Haftstrafe von zwei Jahren, die zur Bewährung ausgesetzt werden kann.

Urteil noch nicht rechtskräftig

Der Angeklagte sagte unter Tränen, er habe nicht gewollt, dass Menschen sterben. Er entschuldigte sich bei den Familien der Opfer. Er bestritt, sich an der Geschwindigkeit berauscht zu haben. Vielmehr sei er wütend gewesen.

Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Die Verteidigung des 25-Jährigen legte bereits Berufung ein. Sie fordert, dass die Strafe zur Bewährung ausgesetzt wird.

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