STAND

In Südbaden hat die Zahl der einkommensarmen Menschen zugenommen – entgegen dem Bundestrend. Das geht aus dem aktuellen Armutsbericht des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes hervor.

In den vergangenen zehn Jahren ist die Armutsquote innerhalb Südbadens am deutlichsten in der Region Schwarzwald-Baar-Heuberg angestiegen – und zwar von 8,0 auf 10,5 Prozent. Trotzdem ist diese Region nach wie vor diejenige mit der geringsten Armut in Baden-Württemberg.

Die höchste Armutsquote wiederum hat die Region Südlicher Oberrhein mit dem Stadtkreis Freiburg, den Kreisen Breisgau-Hochschwarzwald, Emmendingen und dem Ortenaukreis. Dort liegt die Quote bei 13,4 Prozent und damit deutlich über dem Landesdurchschnitt (11,9 Prozent). Bundesweit gelten 15,5 Prozent der Menschen als arm – hier gab es zuletzt eine leichten Rückgang.

"Die Mehrheit sind ganz normale Bürger, die teilweise auch normal arbeiten gehen. Aber der Mindestlohn reicht eben nicht aus, selbst wenn sie zwei Jobs haben, um die hohen Mieten oder die hohen Lebenshaltungskosten aufzubringen. In Großstädten wie Stuttgart oder Freiburg sind Kaltmieten von 1.600 Euro für eine Familie keine Seltenheit, dies ist eine Armutsfalle."

Carlos Marí, Sprecher des Regionalverbundes Südbaden des Paritätischen Wohlfahrtverbandes

Wer gilt als arm?

Als "relativ einkommensarm" gilt laut dem am Donnerstag in Freiburg vorgestellten Bericht des Paritätischen Wohlfahrtverbandes, wer weniger als 60 Prozent des mittleren Einkommens in Deutschland zur Verfügung hat. Damit folgt der Verband einer über 30 Jahre alten EU-Konvention. Ein Single ohne Kinder gilt demnach mit einem Nettoeinkommen von weniger als 1.035 Euro als arm. Bei einem Paar ohne Kinder liegt die Schwelle bei 1.553 Euro.

Zahlen des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes Armutsbericht 2019: Baden-Württemberg steht im Ländervergleich gut da

Die Armutsquote in Baden-Württemberg lag im vergangenen Jahr deutlich unter dem bundesweiten Durchschnitt. Trotz positiven Gesamtergebnisses ist die Armutsquote in einigen Regionen langfristig jedoch kräftig gestiegen.  mehr...

STAND
AUTOR/IN