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Mediziner fordern den Stopp zweier Holzheizkraftwerke in Straßburg. Die Ärzte behaupten, dass beim Verbrennen von Holz mehr giftige Schadstoffe ausgestoßen werden als bei Heizöl.

Zwei Biomasse-Kraftwerke hat Straßburg im Herbst 2016 eingeweiht. Um ganze Stadtviertel zu heizen, werden darin tonnenweise Holz in Energie umgewandelt. Das Verfahren gilt als ökologisch und vorbildlich - doch im Heizen mit Holz sehen Wissenschaftler inzwischen eine schlimme Quelle giftiger Schadstoffe. Holz sei nicht besser als Diesel. Und wegen der Freisetzung krebserregender Moleküle sogar schlimmer als Öl und Gas. Nach einer neuen Richtlinie des Ministeriums für nachhaltige Entwicklung soll das Heizen mit Holz ausgeweitet werden. "Wir Ärzte sehen das als Katastrophe, weil extrem gefährliche Schadstoffe freigesetzt werden", sagt der Radiologe Thomas Bourdrel.

Ärzte bevorzugen andere Energieträger

Die Ärzte sähen es lieber, wenn die Kraftwerke mit Biogas oder anderen Energieträgern betrieben würden. Anwohner in angrenzenden Stadtvierteln fordern, Messstationen einzurichten. Zehn Bürgerinitiativen und 40 Ärzte verlangen sogar den Stopp dieser Holzheizkraftwerke. Dafür sammeln sie in ganz Frankreich Unterschriften. Auch juristische Schritte halten sie nicht für ausgeschlossen.

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