Jugendliche wird gegen Corona geimpft (Foto: dpa Bildfunk, Damian Dovarganes)

Ansturm auf Kinderarztpraxen

Macht es Sinn gesunde Kinder gegen Corona zu impfen?

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Der Biontech-Impfstoff ist inzwischen für Kinder ab 12 Jahren zugelassen. Doch wie sinnvoll ist es, dass sich Jugendliche nun ebenfalls in den Wettstreit um die noch immer knappen Vakzine einreihen?

Corona-Impfung: Viele Termin-Anfragen in Kinderarztpraxen

Da der Impfstoff für über 12-Jährige seit dieser Woche freigegeben ist, drängen nun viele Eltern auf einen schnellen Impftermin für ihre Kinder. Bei Andreas Kreft, Kinderarzt in Freiburg, klingelt das Telefon Sturm: "Ich kriege das hier drinnen Gott sei Dank nicht so mit, denn ich werde gut abgeschirmt, aber die Mädels haben alle rote Ohren.“

Martin Hug, Leiter der Uniklinik-Apotheke in Freiburg, hat Verständnis für die Wünsche dieser Eltern. Wenn er Kinder in dem Alter hätte, würde er auch wollen, dass sie geimpft werden. "Das ist vollkommen nachvollziehbar, dass die Eltern Druck aufbauen.“

Vorerkrankte Kinder sollte man gegen Corona impfen

Da es jedoch noch keine ausdrückliche Empfehlung durch die ständige Impfkommission gibt, rät Hug, weiterhin in der Reihenfolge der Gefährdung zu impfen. Dies solle auch für chronisch kranke Kinder gelten.

„Wir haben natürlich chronisch kranke Kinder: Kinder mit Lungenerkrankungen, Kinder mit einem Immundefekt oder Ähnlichem. Und bei solchen Risikopatienten sehe ich eine Impfung als zwingend gegeben, auch wenn noch keine offizielle Stiko-Empfehlung vorliegt.“

Der Klinikapotheker bezweifelt, dass das Impfen der breiten Masse sinnvoll ist, vor allem auch angesichts des nach wie vor begrenzten Impfstoff-Angebots und der noch nicht vollständigen Durchimpfung der Risikogruppen. So sieht es auch der Freiburger Kinderarzt Andreas Kreft. Er empfiehlt Eltern von 12–15 -jährigen gesunden Kindern erst einmal abzuwarten. Auch er ist überzeugt, dass die Impfung vorerst nur für vorerkrankte Jugendliche nötig ist.

„Die Kinder, die eine Grunderkrankung haben, zuckerkrank sind, schwer übergewichtig sind, eine Asthma-Erkrankung haben, Kinder mit Down-Syndrom, die sollen natürlich geimpft werden.“

Risiken von Corona-Impfstoffen: viele Eltern warten noch ab

Da es fast täglich neue Erkenntnisse über Risiken und Nebenwirkungen der Impfstoffe gibt, haben es dann doch nicht alle Eltern so eilig, ihre Teenager impfen zu lassen. Manche überlegen sich, ob sie nicht auf die Zulassung von Johnson & Johnson warten, weil da nur eine Impfung nötig ist. Andere wollen noch ein bisschen warten, bis es mehr Erfahrungswerte über die Impfung bei Jugendlichen gibt.

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