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Wieder wurde in den Vogesen ein Luchs erschossen. Das ist illegale Wilderei – also eine Straftat – und ein schwerer Rückschlag im Kampf die Raubkatze in den Vogesen anzusiedeln.

Es war ein erwachsenes Männchen. Getötet wurde es durch einem Kopfschuss. Wer den Luchs erlegt hat, ist noch unbekannt – dem Täter drohen bis zu drei Jahre Gefängnis oder eine hohe Geldstrafe, die Polizei ermittelt. "Wir haben in den Vogesen nur eine kleine Population, die aus wenigen einzelnen Tieren besteht. Das bedeutet, dass der Schutz dieser Tiere umso wichtiger ist", so Sébastien Mutel vom Amt für Artenschutz in Mulhouse. Gefunden wurde das tote Männchen nahe des Grand Ballon in einem Wald.

Dauer

Es ist nicht der erste Fall in dieser Gegend. Nicht weit davon, bei Masevaux, hat 2004 ein Wilderer einen Luchs getötet. Naturschützer fürchten, dass die Großkatze vierzig Jahre nach ihrer Wiederansiedlung in den Vogesen erneut aussterben könnte. Stéphane Giraud von Alsace Nature: "Gewehre dürfen nicht das letzte Wort haben. Es ist im Interesse der Allgemeinheit, dass die Art erhalten bleibt und das überwiegt bei Weitem das Privatinteresse Einzelner, die glauben, der Luchs könnte ihnen ein Reh wegfressen."


In den vergangenen Jahren hat Deutschland im Pfälzerwald nördlich der Vogesen einige Luchse ausgewildert. Luchse wandern weit, Experten halten es daher für möglich, dass der getötete Luchs einer von ihnen war.

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